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Betrieb am Schiffsanleger Andrang am Kreuzfahrtkai

Von ROTH | 28.12.2016, 21:00 Uhr

Rostock erwartet 192 Anläufe und 800 000 Passagiere – so viel wie noch nie zuvor

Betrieb am Schiffsanleger: Der Hafen Rostock baut seine Position als führender Kreuzfahrthafen an der deutschen Ostseeküste aus. Im kommenden Jahr werden an der Warnowmündung 192 Anläufe von 38 verschiedenen Kreuzfahrern erwartet. Mit etwa 800 000 Passagieren, die an und von Bord gehen, werde gerechnet, prognostizierte Rostocks Hafensprecher Christian Hardt gestern. Beim ewigen Konkurrent im Wettstreit um den größten deutschen Kreuzfahrthafen an der Ostsee in Kiel stehen derzeit nur 128 Anläufe auf dem Plan, teilte eine Sprecherin gestern in Kiel mit.

Mit den von den Reedern avisierten Anläufen baut Rostock das Kreuzfahrtgeschäft im kommenden Jahr nochmals aus. In der Ende Oktober zu Ende gegangenen diesjährigen Saison waren 181 Schiffsanläufe und 766 000 Reisende gezählt worden. 2008 waren bei 115 Schiffsanläufen lediglich 343 600 Passagiere von oder an Bord gegangen.

Die neue Saison wird indes am 27. April 2017 mit der Ankunft des Kreuzfahrtschiffes AIDAdiva starten. Fünf Schiffe werden erstmals die Warnowmündung ansteuern: die Columbus, MSC Magnifica, Norwegian Getaway, Seven Seas Explorer und Viking Sky. Knapp 180-mal werden die Luxusliner in Warnemünde festmachen, 16-mal im Überseehafen, teilte der Hafen mit.

Im Kreuzfahrtkalender 2017 stehen drei Vierfach- sowie 14 Dreifachanläufe. Mehr als 100 Anläufe finden an den Wochentagen Freitag (39), Sonnabend (43) und Sonntag (36) statt.

Am 12. Oktober des kommenden Jahres soll die Saison mit dem Anlauf des Kreuzfahrtschiffs Balmoral der englischen Reederei Fred Olsen Cruise Line enden.

Die Ostseehäfen werden bei Kreuzfahrern indes immer beliebter. Rostock-Warnemünde rangiert inzwischen unter den am häufigsten angelaufenen Ostseekreuzfahrthäfen auf Platz sechs nach Kopenhagen, St. Petersburg, Tallinn, Stockholm und Helsinki. Aber auch in Wismar werden im kommenden Jahr voraussichtlich mehr Kreuzfahrer festmachen. Nach neun Schiffen in diesem Jahr haben sich für 2017 elf Schiffe angemeldet, teilte die Hafenverwaltung mit.

Das wachsende Kreuzfahrtgeschäft indes lässt auch bei Partnern des Hafens die Kassen klingeln. Seereisende und Besatzungsmitglieder hätten mehr als 16 Millionen Euro in der Region ausgegeben, teilte der Hafen auf der Grundlage einer Studie der Uni Rostock zum Ausgabeverhalten der Passagiere und Crew-Mitglieder mit. Auf dem nahen Flughafen Rostock-Laage sorgte der Kreuzfahrttourismus zudem für einen kräftigen Passagierzuwachs. Erstmals waren mehr als 50 000 Kreuzfahrer abgefertigt worden – mehr als doppelt so viel wie 2015.