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Eva Trempnau steht im Finale um den „Top-Azubi 2011“ in MV Als Klassenbeste zum Ausscheid

Von Rüdiger Rump | 30.10.2011, 01:49 Uhr

Das Interesse für diesen Beruf hat ihre Tante, Zahnärztin in Berlin, beizeiten geweckt. "Sie war in der Beziehung immer mein Vorbild", sagt Eva Trempnau aus Bolz.

Das Interesse für diesen Beruf hat ihre Tante, Zahnärztin in Berlin, beizeiten geweckt. "Sie war in der Beziehung immer mein Vorbild", sagt Eva Trempnau aus Bolz. Nach dem Abi tur in Sternberg begann sie eine Ausbildung als Zahnmedizinische Fachangestellte. Nach etwa zwei Monaten war Schluss. Die freundliche und wissbegierige junge Frau hat "keine gute Erinnerung daran". Doch das sei abgehakt. Die Arbeitsagentur bot ihr ein Einstiegs-Qualifizierungsjahr für Jugendliche (EQJ) an, ähnlich einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ). "Frau Frank war so lieb und stellte mir den Praktikumsplatz zur Verfügung", erzählt die 22-Jährige. Daraus wurde ab September 2009 eine Ausbildung zur Zahntechnikerin, ebenfalls bei Michaela Frank, Inhaberin der Sternberger Zahntechnik. Eva absolviert nun ihr drittes und letztes Lehrjahr. Dass sie die Ausbildung um ein halbes Jahr verkürzt, sei mit der Chefin vereinbart und von der Handwerkskammer bestätigt. Doch erst einmal steht ihr nächste Woche ein großer Tag bevor: am Mittwoch der Ausscheid um den "Top-Azubi 2011" in Mecklenburg-Vorpommern. Eva Trempnau gehört als einzige aus der Region zu den zwölf Finalisten.

Nach der Lehre soll es "vorzugsweise nach Greifswald" oder aber nach Rostock zum Studium für Zahnmedizin gehen. Die Berliner Tante lässt wieder grüßen: "Sie hat mir zu dieser Ausbildung geraten. Die wäre eine gute Voraussetzung fürs Studium und später als Zahnärztin", sagt Eva Trempnau. Dass sie nicht den kürzesten Weg vom Gymna sium zur Universität nahm, habe am Zensurendurchschnitt gelegen. Ein Abi tur etwa mit 1,4 sei nötig, um in dem überlaufenen Studiengang gleich zum Zuge zu kommen, bei ihren 2,5 rechne sie mit acht Wartesemestern, räumt die 22-Jährige unumwunden ein. Ihre Chefin Michaela Frank, die 2005 das Zahntechniklabor von Jens Siewert übernahm, bei dem sie gelernt hat und der sie beruflich "groß gezogen hat", würde Eva nach der Ausbildung gern behalten. Doch sie habe den Studienwunsch von Anfang an gekannt und akzeptiert. "Sie macht ihren Weg und wird als Zahnärztin vielleicht meine Kundin", so Michaela Frank schmunzelnd.

Erster Schritt in der Ausbildung war das Modellieren von Zähnen, um die für den Beruf notwendige Fingerfertigkeit zu erlangen. Den Phantom-Modellen folgten Funktionslöffel und Bissscha blonen, die der Zahnarzt braucht. "Das liegt mir und hat viel Spaß gemacht", erzählt die 22-Jährige, die heute am liebsten Kronen modelliert. "Jeder hat sein Spezialgebiet, das nach Möglichkeit auch berücksichtigt wird", sagt die

Inhaberin des Labors, in dem noch fünf Mitarbeiter beschäftigt sind. "Eva beherrscht schon so gut wie alles, was ein Zahntechniker können muss", lobt die Chefin. Sie war es auch, die die junge Frau angesprochen hatte, sich als Top-Azubi zu bewerben. Doch diese wollte nicht, sie sei einfach zu bescheiden. Erst als die Handwerkskammer nachhakte, fassten Auszubildende und Chefin gemeinsam den Entschluss. Letztere ist nicht nur von Evas Arbeit im Labor angetan, sie kennt auch deren Noten. "Sie ist die Klassenbeste mit lauter Einsen in Schule und Praxis." Als die Labor-Inhaberin das erwähnt, wirkt ihre Azubi ein wenig verlegen. Diese fühlt sich auf die Prüfungen im nächsten Jahr bestens vorbereitet. "Von einigen außer der Klasse habe ich schon anderes gehört. Sie dürfen nur einfache Arbeiten machen oder sind ständig als Boten unterwegs", sagt Eva. Was sie beim Top-Azubi-Finale erwartet, weiß sie allerdings nicht. Da werde es wohl um Allgemeinwissen gehen, vermutet die 22-Jährige und will noch "manches nachlesen". Die Teilnahme am Endausschheid bedeute schon viel, aber da sei auch noch ihr Ehrgeiz.