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Mecklenburg-Vorpommern Alles gesund

Von Detlef Drewes | 23.03.2012, 06:54 Uhr

Hatte wirklich jemand ernsthaft geglaubt, dass man gesundheitliche Probleme wegessen kann? Hoffentlich nicht.

Aber die Aktion der EU-Kommission zielt nicht auf die Ernährungsgewohnheiten der 500 Millionen Einwohner dieser Gemeinschaft, sondern auf die falschen Versprechungen. Wer einen Joghurt kauft, soll eben wissen, dass er damit nicht ein gesundes Leben erwirbt, sondern schlicht ein Nahrungsmittel.

Die Untersuchung ist kein Schlag gegen die Branche und schon gar nicht gegen die Macher dieser Reklame. Sie ist ein Schlag gegen die Irreführung der Kunden, die - trotz aller kundigen Nüchternheit - beim Einkauf eben gerne zugreifen, wenn ihnen Wohlbefinden, Wellness oder gar Besserung ihrer Wehwehchen in Aussicht gestellt werden. Illusionen, die oft viel Geld kosten.

Wirklich ärgerlich an der Mammut-Untersuchung ist aber das Diktat der EU-Kommission, die Ergebnisse so umgebogen hat, dass sie ihr besser passen. Wenn man schon Wissenschaftlichkeit und vorbehaltloses Demaskieren von falschen Behauptungen verspricht, tut man sich keinen Gefallen, wenn man genau das Gegenteil praktiziert.

Trotzdem bleibt die Frage, was solche Untersuchungen unterm Strich bringen. Werden die Europäer gesünder einkaufen, leben und ihr Übergewicht verlieren? Sicher nicht. Ja, wir werden künftig über die Wirkung der Nahrungsmittel nicht mehr belogen. Das ist viel wert. Einen Beitrag zur Gesundheit müssen wir allerdings selbst daraus machen.