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„Bürger für Mecklenburg-Vorpommern“ AfD-Abtrünnige wollen Partei gründen

Von Frank Pfaff | 07.12.2017, 20:45 Uhr

Nach der Neugründung einer Fraktion im Landtag treiben die abtrünnigen früheren AfD-Politiker um Bernhard Wildt ihre Trennung konsequent weiter. Nun soll auf Landesebene auch eine neue konservative Partei gegründet werden.

Die AfD-Abspaltung im Schweriner Landtag, „Bürger für Mecklenburg-Vorpommern“ (BMV), will sich auch als Partei formieren. Voraussichtlich Ende Januar wird es zur Parteigründung kommen, wie der Vorsitzende der Anfang Oktober gegründeten Fraktion, Bernhard Wildt, am Donnerstag sagte. „Wir wollen das Feld nicht der AfD überlassen, die sich immer mehr radikalisiert. Die neue Partei soll jenen eine Heimat geben, die konservative Werte hochhalten und im Sinne einer besseren Politik auch konstruktiv um Kompromisse ringen“, sagte Wildt.

Der frühere AfD-Landessprecher gilt als einer der Initiatoren der Abspaltung. Anfang Oktober waren 4 der ursprünglich 18 AfD-Abgeordneten aus Fraktion und dann auch aus der Partei ausgetreten. Bernhard Wildt, Matthias Manthei, Christel Weißig und Ralf Borschke behielten ihre Mandate und bildeten die BMV-Fraktion.

Auslöser war laut Wildt die mangelnde Distanzierung der AfD von Gewalt und Fremdenhass. Er konstatierte einen deutlichen Rechtsruck in der AfD Mecklenburg-Vorpommerns. Zudem sei innerhalb der alten Fraktion keine sachorientierte Politik erwünscht gewesen. Nach den jüngsten AfD-Parteitagen in Land und Bund, bei denen der streng national ausgerichtete Flügel weiter an Einfluss gewonnen habe, zeichneten sich weiter Austritte ab, sagte Wildt. Nach seinen Angaben haben sich für die neue Partei bislang 30 Interessenten gemeldet.

Die AfD-Landesspitze reagierte scharf: Parteichef Leif-Erik Holm beschied der neuen Partei keinen langen Bestand und warf den Initiatoren vor sich „der Merkel-CDU als Juniorpartner“ anzudienen.„Eine neue Partei als Wurmfortsatz der CDU braucht kein Mensch“, erklärte Holm, der vom Landtag in den Bundestag wechselte, jüngst aber im Amt des Landespartei-Sprechers bestätigt worden war.„Wir wollen bürgerlich-konservative Politik machen“, sagte Wildt der „Ostsee-Zeitung“ (Donnerstag). Dabei sei Bürgernähe wichtig. Die neue Partei wolle sich nur auf Landesebene etablieren. Ausdrücklich betonte Wildt gegenüber dem Blatt die Distanz zu Frauke Petry. Die Ex-AfD-Bundeschefin hatte bereits im September die „Blaue Partei“ initiiert. „Wir brauchen keine Bundespartei“, sagte Wildt.

Langfristiges Ziel sei es, „eine konservative Mehrheit im Land“ zu etablieren.