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Gründung „Konservativer Kreis“ in der CDU Abrücken von der Mitte

Von Hans-Jürgen Ehlers | 11.12.2016, 20:45 Uhr

Nach herben Verlusten in der einstigen CDU-Hochburg im Osten MVs gärt es. Vielen Mitgliedern war die CDU zu weit in die Mitte gerückt. Jetzt wird ein „Konservativer Kreis“ gegründet - ein Sammelbecken für wertkonservative Parteimitglieder.

Der seit Wochen diskutierte „Konservative Kreis“ innerhalb der CDU Mecklenburg-Vorpommerns will sich an diesem Dienstag in Anklam gründen. Das teilte der Initiator des „Konservativen Kreises“, der Greifswalder CDU-Politiker Sascha Ott, am Samstagabend mit. Die Einladung sei allen Kreisverbänden Mecklenburg-Vorpommerns, den Fraktionen und eigenständigen Gliederungen der CDU übermittelt worden. Allein aus dem Kreisverband Vorpommern-Greifswald lägen über 30 Anmeldungen vor. Das erste Treffen solle dazu dienen, unter Ausschluss der Öffentlichkeit grundsätzliche Fragen der Organisation und Themen zu erörtern.

Die Gründung des „Konservativen Kreises“im Bundestagswahlkreis von Kanzlerin Angela Merkel wird auch als Reaktion auf die Verluste der CDU im östlichen Landesteil bei der Landtagswahl am 4. September gesehen. In ihrer einstigen Hochburg musste die Partei drei Direktmandate an die AfD abgeben. Ott ist stellvertretender Leiter der Stralsunder Staatsanwaltschaft. Wegen seiner „Gefällt mir“-Klicks auf AfD-Facebook-Seiten zog die CDU die Nominierung zum Justizminister zurück.

Die Partei-Rechten wollen konservative Positionen der CDU in der Umweltpolitik, in der Sicherheits- und Flüchtlingspolitik und im Bereich Ehe und Familie eine stärkere Stimme geben. Die CDU habe mit dem Drang in die Mitte viele konservative Mitglieder und Wähler verloren, die sich unverstanden fühlten und frustriert abgewandt hätten, hatte Ott in der Vergangenheit beklagt. „Was diese Leute kränkt, ist, dass sie als homophob beschimpft werden, wenn sie ein traditionelles Familienbild bevorzugen, dass sie als ausländerfeindlich verschrien werden, wenn sie Probleme mit einer unbegrenzten Zuwanderung haben“, so Ott im Vorfeld eines Kreisparteitages im November. Ott kündigte an, im Frühjahr beim Landesparteitag der CDU für einen Platz im Landesvorstand zu kandidieren, um dem rechten Parteienflügel mehr Gewicht zu geben. Gleichzeitig hatte er betont, dass mit der Gründung keine Spaltung der CDU angestrebt werde.