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Schwerin Ab Morgen: Neue Kreise, neue Namen

Von Max-Stefan Koslik | 02.09.2011, 08:59 Uhr

Heute Mitternacht, punkt null Uhr Sonntagmorgen wird es das Land Mecklenburg-Vorpommern in der jetzigen Form nicht mehr geben.

Zeitgleich mit dem Wahlsonntag beginnt in MV quasi ein neues Zeitalter. Die Ära der neuen sechs Großkreise. Nur zwei kreisfreie Städte wird es noch geben: Schwerin und Rostock. Damit ist die jetzige Landesgliederung aus dem Jahr 1994 mit zwölf Landkreisen und sechs kreisfreien Städten Vergangenheit. Die zweite Gebiets- und Verwaltungsreform nach der Wende greift. Neun Jahre hat der Landtag für die Modernisierung gebraucht. Rot-Rot scheiterte 2007 vor dem Landesverfassungsgericht mit seiner Kreisneuordnung, die nur noch vier Landkreise vorsah.

Doch auch jetzt entstehen an der Ostsee Deutschlands größte Kreise. Der Müritz-Kreis ist mit über 5000 Quadratkilometern doppelt so groß wie das Saarland. Zwischen 164 000 und 272 000 Einwohner zählt ein Kreis in Zukunft, bleibt aber mit seiner Einwohnerdichte von 70 Einwohnern je Quadratkilometer immer noch am Ende der Bundesrepublik.

Für den Bürger ändert sich vorerst wenig. "Ich würde jedem empfehlen, da anzurufen, wo er bisher angerufen hat", sagt Jan Peter Schröder, Geschäftsführer des Landkreistages. Im neuen Landkreis Mecklenburgische Seeplatte, dessen Kreisstadt Neubrandenburg wird, ist seit August eine gemeinsame Internetplattform der drei Altkreise und Neubrandenburgs geschaltet (www.lk-mecklenburgische-seenplatte.de), auf der man alle Informationen zum neuen Kreis findet. Auch in Parchim und Ludwigslust gibt es eine gemeinsame Internetseite und zumindest in Ludwigslust weiterhin die 13 Bürgerbüros als Ansprechpartner. Für Nordwestmecklenburg erläutert der Koordinator der Kreisstrukturreform Gerhard Rappen, dass die Verwaltungen der derzeitigen Kreisstadt Grevesmühlen und der Hansestadt Wismar bis zum Ende des Jahres parallel laufen. Zusammengelegt wurden im Vorfeld bereits die Gesundheitsämter und die Ausländerbehörden.

Die Kfz-Zulassungsstellen hatten bereits gestern in allen Kreisen geschlossen, um ihre EDV bis Montagmorgen auf die neuen Kreis umzustellen, berichtet Jan Peter Schröder vom Landkreistag.

Nach der morgigen Wahl werden die neuen Kreisnamen feststehen, über die die Bürger abstimmen. Festgelegt vom Landtag wurden die neuen Kreisstädte. Innerhalb von sechs Wochen müssen die neuen Kreistage zusammentreten, um Kreistagspräsidenten, Ausschüsse und Gremien zu bilden. Für die meisten Kreise wird eine Stichwahl um den Landrat am 18. September erwartet.