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Weihnachtsspendenaktion voller Erfolg 56 817 Euro: Wir sagen Danke!

Von klik | 21.12.2016, 21:00 Uhr

Unsere Weihnachtsspendenaktion war ein voller Erfolg: Professionelle Ernährungsberatung für die Rostocker Uni-Kinderklinik ist gesichert

Die Anschubfinanzierung für die Stelle einer Ernährungsberaterin an der Rostocker Universitäts-Kinderklinik steht: Die Schirmherrin unserer Weihnachtsspendenaktion, Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD), konnte gestern Klinikdirektor Prof. Dr. Michael Radke einen symbolischen Scheck über 56 817 Euro überreichen. Ebenso wichtig wie die finanzielle Unterstützung sei, dass die Aktion auf die Rolle der Ernährung bei der Behandlung vieler Krankheiten aufmerksam gemacht hätte, so die Ministerin. Sie wünsche sich sehr, dass auch diesmal aus der Anschubfinanzierung eine dauerhafte Lösung hervorgehe – wie bereits vor vier Jahren, als unsere Leser für das Palliativteam „Mike Möwenherz“ spendeten. Inzwischen wird es weitgehend von den Krankenkassen finanziert.

Das könnte auch diesmal klappen. Frank Ahrend, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost, stellte gestern in Aussicht, nach einem Jahr zu prüfen, „wie wir das Projekt weiter unterstützen können“. Zur Spendenaktion steuerte die Kasse 3930 Euro bei – einen Teil des Preisgeldes, das die AOK in diesem Jahr für ihr innovatives Versorgungsprogramm zum Diabetischen Fußsyndrom gewonnen hatte.

Abschluss unserer Spendenaktion

Ohne Mutzen und Plätzchen

Meinung – klik
Wenn der Duft von Mutzen oder Weihnachtsplätzchen die Nasen von Sophia Himmelreich (10) und Hannah Möller (12) kitzelt, müssen sie ganz stark sein. Denn die beiden Rostocker Mädchen leiden an Zöliakie, das heißt, sie vertragen das Klebereiweiß Gluten nicht, das in fast allen Getreidearten enthalten ist. Herkömmliches Gebäck ist darum für sie ebenso tabu wie verarbeitete Lebensmittel, die Gluten enthalten.

„Die Zahl der Zöliakie-Erkrankungen hat in den letzten 20 Jahren rasant zugenommen“, erklärt Prof. Dr. Michael Radke, Direktor der Rostocker Universitäts-Kinder- und Jugendklinik, gestern auf der Abschlussveranstaltung unserer diesjährigen Weihnachtsspendenaktion. Jedes 200. Kind in Deutschland bekäme die vererbbare Autoimmunerkrankung. Heilbar sei sie nicht, nur eine konsequente Ernährungsumstellung könne die Beschwerden abklingen lassen, so Prof. Radke.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD), die Schirmherrin unserer Spendenaktion, kennt die Erkrankung aus der Familie – und von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. „Sie hat immer ihr eigenes glutenfreies Essen dabei“, erzählt die Ministerin – und verrät, dass sie ganz gerne davon probiere, denn eigentlich sei glutenfreies Essen ja gesund, und ihr schmecke es auch.

Sophia und Hannah gehen da nicht ganz mit. Glutenfreies Brot schmeckt nicht, und getreidefreie Kekse sind meist viel zu süß, finden sie. Außerdem sind sie sehr teuer, ergänzt Sophias Mutter. Und der Einkauf ist sehr kompliziert. „Früher haben wie eine halbe Stunde dafür gebraucht, jetzt brauchen wir manchmal drei“, erzählt die Zehnjährige.

Ob sie trotz ihrer Erkrankungen – Hannah hat zusätzlich auch noch Diabetes – denn in der Schule Mittag essen könnten, möchte die Ministerin wissen. Beide verneinen. „Ein generelles Problem für Kinder mit Stoffwechselerkrankungen“, räumt Prof. Radke ein. Auch Schulausflüge oder Essen im Restaurant mit der Familie seien für Kinder mit Zöliakie schwierig. Umso wichtiger sei darum eine ausführliche Ernährungsberatung, für die Kinder ebenso wie für die Eltern, betont der Klinikdirektor. Das gelte nicht nur bei Stoffwechselerkrankungen, sondern beispielsweise auch bei chronisch-entzündlichen Darmleiden oder Mucoviszidose.

Im Moment, so erzählt Stationsschwester Liana Helm, würden Schwestern und Pfleger die Ernährungsberatung mit übernehmen – „so gut wir das können und obwohl uns, ehrlich gesagt, die Zeit dazu fehlt“. Prof. Radke will deshalb mit den Spendengeldern unserer Leser schon im nächsten Vierteljahr die Stelle für eine Ernährungsberaterin bzw. einen Ernährungsberater schaffen. „Zunächst für ein Jahr – und dann werden wir hoffentlich Mittel und Wege finden, das zu verstetigen.“
Zum Kommentar

Klinikdirektor Radke war vom Ergebnis der Spenenaktion überwältigt. „Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Spendern – auch im Namen der Kinder und unserer Mitarbeiter.“ Ein Dank, dem sich der stellvertretende Chefredakteur unserer Zeitung, Max-Stefan Koslik, anschloss, der besonders die zahlreichen Kleinspender würdigte. Und: „Das Spendenkonto bleibt weiter geöffnet.“