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Souvenir von Sardinien 40 Kilo Sand im Gepäck: Französischen Touristen droht Haftstrafe

Von Lorena Dreusicke | 21.08.2019, 15:23 Uhr

Den Behörden und Inselbewohnern sind sie ein Dorn im Auge: Touristen, die an Sardiniens Strand räubern.

Bis zu sechs Jahre Haft drohen zwei mutmaßlichen Sand-Dieben auf Sardinien. Zwei Franzosen sind von der italienischen Polizei mit 14 Plastikflaschen voller Sand im Kofferraum erwischt worden. Das Ehepaar war von Beamten kontrolliert worden, als es in Porto Torres eine Fähre Richtung Frankreich besteigen wollte.

Sie gaben an, der weiße Sand vom Chia-Strand im Süden der Insel sei als Souvenir gedacht. Sie hätten nicht gewusst, dass sie eine Straftat begingen.

In Italien wird die Mitnahme von Sand als "Diebstahl eines öffentlichen Guts" geahndet. Dafür droht eine Geldstrafe zwischen 500 und 3000 Euro und in einigen Regionen eine Haftstrafe von ein bis sechs Jahren.

Handel mit verbotenen Mitbringseln

Nach Angaben der sardinischen Behörden häuften sich zuletzt derartige Fälle. Die "Corriere della Sera" berichtet, dass im Sommer viele Touristen, vor allem Ausländer, Sand, Muscheln oder Steine von den sardinischen Stränden mitnehmen und teilweise sogar im Internet weiterverkaufen.

Auf der Facebookseite "Sardinien bestohlen und beraubt" sammelt der Betreiber die Fälle übergriffiger Touristen. Dort postete er auch ein Foto der beschlagnahmten 14 Flaschen:

Auch wenn das Sand-Stehlen harmlos klingt, schadet der Eingriff der Natur, betont der Aktivist hinter der Seite: "Mit der Souvenir-Ausrede stehlen Touristen jedes Jahr Tonnen des Materials, für das die Natur tausende von Jahren gebraucht hat, um es zu erschaffen. Sand-Diebstahl ist ein Verbrechen."

Bei der Strafverfolgung hapert es jedoch. Da die meisten Diebe Ausländer sind, lassen sich Bußgelder nur mühsam eintreiben. Deshalb setzen die sardinischen Behörden verstärkt auf Polizeistreifen und Warnschilder an den Stränden: "Vietato rubare la sabbia" – Sand stehlen verboten.

Italien kämpft gegen Schäden durch Massentourismus

Italien geht auch in anderen Orten massiv gegen Auswirkungen des Massentourismus vor. So dürfen Touristen nicht mehr auf der berühmten Spanischen Treppe in Rom sitzen. Der Stadtrat stellte per Beschluss Strafen von bis zu 400 Euro in Aussicht. Das gilt auch für das Baden im Brunnen und das Spazierengehen mit nacktem Oberkörper.

In Venedig beschloss der Stadtrat im Mai strikte Maßnahmen, um die Unesco-Welterbestadt besser zu schützen. Das bekamen zwei deutsche Touristen zu spüren: Sie mussten 950 Euro Strafe zahlen, weil sie an der berühmten Rialtobrücke Kaffee kochten.

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