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Katastrophenschutz 1,7 Millionen Euro für neue Sirenen in MV

Von Thomas Volgmann | 13.12.2021, 16:50 Uhr

Bei Bränden und anderen Katastrophen sollen wieder vermehrt Sirenen zum Einsatz kommen. Dafür wollen Bund und Land tief in die Tasche greifen.

Mecklenburg-Vorpommern will flächendeckend ein Warnsystem aus Sirenen aufbauen. „Die Hochwasserkatastrophe im rheinland-pfälzischen Ahrtal im Sommer hat gezeigt, dass Sirenen ein wichtiger Bestandteil zur Warnung der Bevölkerung sein können“, sagte Innenminister Christian Pegel (SPD). Man könne sich nicht ausschließlich auf neue Warninstrumente wie die leider immer noch zu wenig genutzte Warn-App „NINA“ stützen.

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1600 Sirenen gibt es bereits in MV

Den Ausbau des Sirenen-Warnsystems in Mecklenburg-Vorpommern will der Bund mit 1,7 Millionen Euro unterstützen. Das Sirenen-Netz in der DDR und in der alten Bundesrepublik war nach dem Ende des Kalten Krieges und nach der Wiedervereinigung vom Bund aufgegeben worden. Die Telekom hatte die Sirenen danach den Kommunen zum Kauf angeboten.

Einige Städte und Gemeinden machten von dem Angebot Gebrauch, andere verzichteten dagegen. Heute gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 1600 funktionstüchtige Sirenen, mit denen 60 Prozent der Bevölkerung erreicht werden können, teilte das Innenministerium auf Nachfrage mit. Insbesondere in den Städten gibt es Lücken. So verfügt Schwerin lediglich über zwei Sirenen. In Neubrandenburg gibt es keine. Rostock hat seinen Bestand inzwischen von zwei auf 19 Sirenen aufgerüstet.

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Sirene kostet zwischen 11.000 Euro und 17.000 Euro

Mit den 1,7 Millionen Euro soll vor allem die Anschaffung elektronisch ansteuerbarer Sirenen gefördert werden, die im Falle einer Katastrophe auch zentral ausgelöst werden können, hieß es aus dem Innenministerium. Diese Dach- und Mastsirenen kosten mit Installation zwischen 11.000 Euro und 17.000 Euro. Parallel wird aber auch der Anschluss von vorhandenen Sirenen an den BOS-Digitalfunk mit 1000 Euro gefördert.

Antragsschluss ist der 31. Januar

„Ich hoffe sehr“, so Minister Pegel, „dass die Kommunen die günstige Gelegenheit beim Schopf packen und so helfen, den Bevölkerungsschutz auf ihrem Gebiet spürbar nach vorne zu bringen“. Entsprechende Förderanträge sollten die Kommunen möglichst bis zum 31. Januar 2022 stellen, damit sie bis zum 30. Juni 2022 bewilligt werden können. Außerdem unterstützt das Land seit 2016 die Kommunen bei Anschaffung neuer Sirenen mit jährlich 450.000 Euro.

Sirenen haben nach Expertenmeinung den Vorteil, dass auch bei Ausfall des Strom- oder Telefonnetzes die Bevölkerung gewarnt werden kann. Auch kann man damit schlafende Menschen erreichen.

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