Ein Angebot des medienhaus nord

Hintergrund 17 Menschen sterben im Schnee

Von thvo | 16.02.2014, 21:30 Uhr

Bereits zum Jahreswechsel 1978/79 fegt ein Schneesturm über Norddeutschland.

Am Morgen des 28. Dezember liegt die Temperatur in ganz Deutschland bei etwa zehn Grad über Null. Dann ändert sich die Situation schlagartig. Kalte Polarluft von bis zu 47 Grad Minus und feuchtwarme Atlantikluft legen sich über der Ostsee übereinander. Am Nachmittag und in der Nacht stürzen die Temperaturen plötzlich um bis zu 30 Grad Celsius.

Der Norden Deutschlands versinkt im Schnee. Die Insel Rügen ist komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Ein Zug der Deutschen Reichsbahn steckt 48 Stunden lang im Schnee fest. Darin frierende Reisende. Auf der Insel kommen 13 Neugeborene während der Schneekatastrophe zur Welt. Nach fünf Tagen Schneesturm beruhigt sich das Wetter erst am 3. Januar 1979 langsam.

Der Frost hält jedoch an, so dass die Schneemassen noch nicht abgetaut sind, als am 13. Februar in Norddeutschland erneut heftiger Schneefall einsetzt und Katastrophenalarm ausgelöst wird. Betroffen ist diesmal aber ein weitaus größeres Gebiet.

Die meisten Verkehrswege im heutigen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern sind unpassierbar. Eine Versorgung der Einwohner aus der Luft ist wegen des starken Sturmes vorerst nicht möglich. Am 15. Februar meldet die Station auf Sylt Böen von 106 km/h. Der Wind türmt meterhohe Verwehungen auf.

Erst im Mai 1979, als die Schneemassen auf Rügen geschmolzen waren, wird die Leiche eines Mannes gefunden. Fünf Menschen sind in dem Eiswinter im Osten Deutschlands ums Leben gekommen. In Westdeutschland sterben zwölf Menschen durch den extremen Wintereinbruch.

Mitte März 1979 gibt es eine dritte Schneewelle, Ende März und Anfang April beträchtliches Tauhochwasser.