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John Goodman wird 65 : Wuchtiger Star

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Aus der Onlineredaktion

Hollywoods Schönheitsideale hat John Goodman nie erfüllt, doch mit 65 Jahren ist der Schauspieler pausenlos im Einsatz– auch als Hauptdarsteller.

Er ist Hollywoods wuchtiger Star für starke Nebenrollen: John Goodman, der heute seinen 65. Geburtstag feiert, war im Frühjahr gleich zwei Mal in den deutschen Kinos zu sehen. In dem Terrordrama „Boston“ jagt er als Polizeichef an der Seite von Mark Wahlberg die Bombenleger des Anschlags beim Boston-Marathon. In „Kong: Skull Island“ gehört er mit der taffen Brie Larson einer Truppe an, die es mit dem Riesenaffen Kong und anderen Kreaturen aufnimmt.

Die längst verdiente Oscar-Nominierung – nach mehr als 60 Filmrollen – hat Goodman bisher noch nicht erhalten. Doch auf Hollywoods „Walk of Fame“ wurde er im März mit einer glänzenden Sternenplakette verewigt. Nun fühle es sich wirklich so an, als sei er Teil der Hollywood-Geschichte, sagte der Schauspieler strahlend bei der Zeremonie. Zum Spaß räkelte er sich auf der Plakette, schlug in seiner Dankesrede aber auch ernste Töne an. Er dankte den „starken“ Frauen in seinem Leben, seiner alleinerziehenden Mutter, seinen Lehrerinnen und „der Liebe meines Lebens“, Ehefrau Anna Beth Hartzog, die auch in schwierigen Zeiten zu ihm gehalten habe. Vor zehn Jahren hatte sich Goodman öffentlich zur Alkoholsucht bekannt. Der stämmige Star nahm damals eine Auszeit und ging auf Entzug. Goodman speckte zudem deutlich ab und steht jetzt pausenlos vor der Kamera, neuerdings auch in Hauptrollen.

In dem Psychothriller „10 Cloverfield Lane“ glänzte er 2016 als mysteriöser Kidnapper. Gerade hat er den Alien-Film „Captive State“ abgedreht, der im Sommer 2018 in die Kinos kommen soll. Goodman ist Hauptdarsteller.

Für ihn geht es rund, auch im Fernsehen und auf der Theaterbühne. Am Broadway trat er bis Ende Januar mehr als hundert Mal in der Komödie „The Front Page“ auf. Die vielen Verpflichtungen hätten ihm aber zu schaffen gemacht, sagte Goodman. „Ehrlich gesagt, ich bin müde“, räumte er ein.

Ruhiger wird es nach dem 65. Geburtstag wohl kaum. 2018 will Goodman als grummeliger Ehemann Dan Conner in der geplanten Neuauflage der TV-Sitcom „Roseanne“ zu seinen Wurzeln zurückkehren. Ende der 80er war er an der Seite von Roseanne Barr durch die Hitserie über das Leben der Arbeiter-Familie Conner berühmt geworden.

Von seiner Heimatstadt St. Louis (Missouri) hatte sich Goodman über den New Yorker Broadway den Weg nach Hollywood gebahnt. Dort traf er schnell auf einen anderen Newcomer, Jung-Regisseur Joel Coen, der ihn 1987 neben Nicolas Cage und Holly Hunter für die Komödie „Arizona Junior“ anheuerte. Ein Glückslos für Goodman, der mit den Regie-Brüdern Ethan and Joel Coen fünf weitere Filme drehte. In „Barton Fink“ wurde er zum Serienkiller, in „The Big Lebowski“ zum aufbrausenden Vietnam-Veteranen, in „O Brother, Where Art Thou?“ zum Gauner. In dem Polizeithriller „Der große Leichtsinn“ (1987) mimte er einen Detektiv, in „Flintstones – Familie Feuerstein“ (1994) spielte er als tollpatschiger Fred Feuerstein alle an die Wand. In „Evan Allmächtig“ (2007) schlug er als korrupter Abgeordneter auf den Putz. Der deutsche Regisseur Sönke Wortmann heuerte das Hollywood-Schwergewicht 2009 für das Historiendrama „Die Päpstin“ in der Rolle des gemütlichen Papstes Sergius an.

In „Flight“ (2012) war er der schräge Drogen-Kumpel eines Piloten (Tom Hanks), in „Monuments Men“ (2014) half er George Clooney auf der Suche nach Nazi-Raubkunst. Dafür stand er im Studio Babelsberg vor der Kamera. Auch für seinen nächsten Film kehrte er nach Deutschland zurück. Der teils in Berlin gedrehte Agenten-Thriller „Atomic Blonde“ soll Ende August in den Kinos anlaufen. Für Goodman fällt eine Nebenrolle als CIA-Agent ab. Doch gerade aus kleinen Auftritten holt der wuchtige Star gewöhnlich das Beste heraus.  

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erstellt am 20.Jun.2017 | 08:00 Uhr

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