Manfred Mann’s Earth Band : „Wir hatten lange zu kämpfen“

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Manfred Mann’s Earth Band starten heute in Schwerin eine Vier-Städte-Tournee durch Deutschland

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15. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Im Jahr 1971 gründete Manfred Mann gemeinsam mit dem Gitarristen Mick Rogers die legendäre Earth Band, die bald europaweit in ausverkauften Hallen spielte. Berühmt wurde die Rockband nicht nur durch ihre sensationellen Livekonzerte, sondern auch durch Welthits wie die von Bruce Springsteen geschriebene Rock-Hymne „Blinded By The Light“ und die Bob Dylan-Komposition „Mighty Quinn“.

Diese und weitere Klassiker wird Manfred Mann’s Earth Band zur Eröffnung einer Vier-Städte-Tournee durch Deutschland heute Abend in der Sport- und Kongresshalle Schwerin präsentieren. Ulrich Grunert sprach mit dem Musiker über seinen langen Weg vom Jazz-Pianisten in Südafrika zur internationalen Rock-Ikone.
 

Stimmt es, dass Sie als Jazz-Musiker begonnen haben?

Manfred Mann: Ja. Jazz-Piano war meine frühe Leidenschaft. Mit meinem Freund Harry Miller bin ich Anfang der 60er-Jahre nach Großbritannien gegangen. In unserer Heimat Südafrika sahen wir keine Zukunft. Wir hassten das Apartheid-System und liebten den Jazz. Wir dachten, in London könnten wir weiter vorankommen. Doch das war nicht so einfach, wie wir uns das vorgestellt hatten.

Was war das besondere an der damaligen Musik-Szene?

Die Beatles bereiteten dem bis dahin vorherrschenden Jazz-Boom in Großbritannien gerade ein Ende. So gründete ich mit dem Drummer Mike Hugg eine Blues-Band. Wir nannten uns Mann-Hugg Blues Brothers. Dieser Name gefiel unserer Plattenfirma nicht. So wurde die Band in Manfred Mann umbenannt. Der neue Name brachte uns Glück. Wir wurden eingeladen, für eine bekannte TV-Pop-Show die Erkennungsmelodie einzuspielen. Schnell wurden wir so eine bekannte Pop-Gruppe. Das war nicht unbedingt unser Ziel, brachte jedoch einigen Erfolg.

Der Erfolg in Deutschland war geradezu riesig. Ihre Gruppe feierte von 1964 bis 1969 regelmäßig Hits in den Single-Charts, landete mit „Ha! Ha! Said The Clown“ und „Mighty Quinn“ sogar zwei Nummer-eins-Erfolge.

Ja, das stimmt alles. Aber künstlerisch wurde es im Laufe der Zeit unergiebiger. Erst als ich mit Mike Hugg ein Jazz-Rock-Band-Konzept entwickelte, fühlte ich mich den alten Idealen wieder näher. Es war jene Zeit, als sich Musiker des Free Jazz mit Rock-Musikern zusammentaten, um neuen musikalischen Horizonten entgegenzustreben. So entstanden einige interessante Werke. Aber langfristig war Manfred Mann’s Chapter Three leider nicht erfolgreich.
 

Seit 1971 setzen Sie mit der Earth Band auf anspruchsvolle, melodiöse Rock-Musik, gepaart mit langen Instrumentalpassagen und Zwiegesprächen von Gitarre und Keyboards. Können Sie den Erfolg erklären?

Der Erfolg kam auch hier nicht über Nacht. Ganz im Gegenteil. Wir hatten lange Zeit zu kämpfen, bis wir Anerkennung fanden. Im Jahr 1977 erreichten wir mit „Blinded By The Light“ die Spitze der US-amerikanischen Billboard Charts. Das war der eigentliche Durchbruch für uns. Danach wurden unsere Alben weltweit beachtet, erreichten hohe Auflagen. Wir haben versucht, die eine oder andere großartige Song-Vorlage zu unserem eigenen Song zu machen. Bei „Davy’s On The Road Again“, „For You“ oder „Blinded By The Light“ ist uns das gelungen. Wir gönnen uns bei Konzerten auch Raum für Improvisationen. Mit Sicherheit zwei der Gründe, warum uns unser Publikum bis heute die Treue hält.
 

Manfred Mann’s Earth Band spielen am 15.12.2017 um 20 Uhr in der Sport- und Kongresshalle Schwerin, Karten an der Abendkasse


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