Emmys : „Wichtigste Nacht des Fernsehens“

Alec Baldwin gewann einen Emmy für die Parodie auf US-Präsident Donald Trump in der Satireshow „Saturday Night Live“.
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Alec Baldwin gewann einen Emmy für die Parodie auf US-Präsident Donald Trump in der Satireshow „Saturday Night Live“.

Politische Satiren sowie Drama-Serien mit starken Frauenrollen gewinnen die wichtigsten TV-Preise der Welt, die Emmys

svz.de von
18. September 2017, 20:00 Uhr

Die politische Satireshow „Saturday Night Live“, die Drama-Miniserie „Big Little Lies“ und die Comedyserie „Veep“ haben bei den US-Fernsehpreisen Emmys abgeräumt. „Saturday Night Live“ gewann bei der Gala in der Nacht zum Montag in Los Angeles mit neun Auszeichnungen die meisten Emmys, unter anderem als beste Sketchserie und für Kate McKinnon und Alec Baldwin als beste Nebendarsteller. McKinnon hatte im Wahlkampf die demokratische Bewerberin Hillary Clinton parodiert, Baldwin den republikanischen Sieger Donald Trump.

„Veep – Die Vizepräsidentin“ gewann einen Emmy als beste Comedyserie. Für die Hauptrolle bekam Julia Louis-Dreyfus einen Emmy, ihren insgesamt achten und sechsten für „Veep“ – Rekord. Es sei „die Rolle ihres Lebens und ein Abenteuer der puren Freude“, sagte Louis-Dreyfus. „Veep“ handelt vom Alltag einer US-Vizepräsidentin und läuft seit 2012 beim US-Abokanal HBO, in Deutschland bei Sky Atlantic.

Beste Dramaserie wurde die Dystopie „The Handmaids’s Tale“, basierend auf dem Buch „Der Report der Magd“ der kanadischen Schriftstellerin Margret Atwood, die sich auch auf der Bühne zeigte. Insgesamt gewann „The Handmaid’s Tale“ acht Emmys, darunter für Elisabeth Moss als beste Hauptdarstellerin, Ann Dowd als beste Nebendarstellerin, Bruce Miller als besten Autor und Reed Morano als beste Regisseurin. Die Serie ist seit diesem Jahr beim Streamingdienst Hulu zu sehen. Damit gewann Hulu als erster Streamingdienst einen Emmy in dieser Kategorie, die von vielen Kritikern als wichtigste angesehen wird. In Deutschland soll „The Handmaid’s Tale“ demnächst beim Telekom-Portal Entertain TV Serien anlaufen.

Die meisten Emmys eines TV-Netzwerks gewann HBO, wo auch „Veep“ läuft. Ebenfalls erfolgreich war die HBO-Miniserie „Big Little Lies“, in der es um häusliche Gewalt und deren Vertuschung geht. Unter anderem Reese Witherspoon und Nicole Kidman fungierten hier als Produzentinnen und Hauptdarstellerinnen. Auch die Nebendarsteller Alexander Skarsgård und Laura Dern sowie der Regisseur der Serie, Jean-Marc Vallée, wurden ausgezeichnet. „Es war ein unglaubliches Jahr für Frauen im TV“, sagte Witherspoon, und ihre Kollegin Kidman forderte: „Mehr großartige Rollen für Frauen, bitte!“

Vom langjährigen Dauersieger „Game of Thrones“ gab es dieses Jahr im Nominierungszeitraum bis 31. Mai keine neue Staffel. „Wenn ihr gewinnt, dankt allen, die euch dahin gebracht haben – vor allem ,Game of Thrones’“, witzelte Emmy-Moderator Stephen Colbert. Für seine eigene Late-Night-Show ging er an dem Abend leer aus, sein Kollege John Oliver gewann zwei Emmys für die Politsatire „Last Week Tonight“.

Die Emmys, die als wichtigste Fernsehpreise der Welt gelten, wurden in diesem Jahr zum 69. Mal verliehen, in 92 kleineren Kategorien schon in der vergangenen Woche. Über die Sieger hatten zuvor die rund 22 000 Mitglieder der Academy for Television Arts & Sciences entschieden. Im Publikum saßen Stars wie Robert de Niro, Oprah Winfrey und Kevin Bacon. „Das ist die wichtigste Nacht des Fernsehens“, sagte Moderator Colbert. „Heute feiern wir uns selbst.“

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