Ute Freudenberg wird 60 : Warten auf die „Jugendliebe“

Der DDR-Hit „Jugendliebe“ lässt Ute Freudenberg – wie viele Menschen im Osten – nicht los.
Der DDR-Hit „Jugendliebe“ lässt Ute Freudenberg – wie viele Menschen im Osten – nicht los.

Sängerin Ute Freudenberg feiert heute Geburtstag. Die Weimarerin besingt Lebenssituationen, die jeder kennt

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12. Januar 2016, 08:00 Uhr

Die „Jugendliebe“ ist bei ihren Auftritten fast immer dabei – sogar, wenn Ute Freudenberg Chansons von Jacques Brel oder Edith Piaf singt. Auf diesen Hit warten die Zuschauer immer, erzählt die Sängerin. Nur bei Weihnachtskonzerten macht sie zur Enttäuschung der Zuhörer eine Ausnahme. Heute feiert die 1,59 große Freudenberg, die drei Oktaven mühelos bewältigt, ihren 60. Geburtstag. Sie verbringt ihn mit „lieben Freunden“ – wie seit 17 Jahren – in Sri Lanka.

2016 stehe zwar keine große Tournee mit der Band an, aber eine Liedertour, etliche Fernsehauftritte und die Arbeiten am neuen Album mit Schlagersänger Christian Leis. Im Duett „Auf den Dächern von Berlin“ besangen sie das gleiche Lebensgefühl als Jugendliche in Ost und West – und trafen damit nicht nur den Nerv von Älteren. Der Titel stürmte 2011 die Charts, das Album „Ungeteilt“ wurde für den Echo-Preis 2012 nominiert.

Noch im Januar soll eine Single aus ihrem teils selbstironischen Album „Alles Okay“ ausgekoppelt werden, entweder: „Ich denke noch manchmal an gestern“ oder „Hungriges Herz“ – der einzige Song auf dem Album, den sie selbst komponiert hat. Er handelt davon, dass sich Frauen nicht benutzen lassen sollen, egal wie alt sie sind.

Ihr größter Hit „Jugendliebe" neu interpretiert in einer Show des MDR
(Quelle: Youtube)



Als eine von wenigen Schlagersängern der DDR hat Ute Freudenberg den Sprung in das vereinte Deutschland geschafft. Seit mehr als 40 Jahren steht sie auf der Bühne und eilt von Erfolg zu Erfolg. Auch in den alten Ländern zieht sie inzwischen die Menschen in die Konzerthallen.

Ihr Hit „Jugendliebe“ hat Freudenberg durch Höhen und schwere Zeiten begleitet: Mit ihr feierte sie in der DDR die größten Erfolge, verliebte und trennte sich, floh 1984 in den Westen und kam 1996 zurück. „Wenn man als Künstler nicht mehr stattfindet, dann geht man“, begründete sie damals kurz und knapp den einschneidenden Entschluss, der DDR bei einem Gastspiel in Hamburg den Rücken zu kehren. Sie habe damals alles zurückgelassen: die Familie, ihren Mann, Weimar, die Fans.

„Im Westen war ich ein No-Name“, erinnert sich die Sängerin. Der Künstlerdienst in Düsseldorf habe ihr geraten, nicht so anspruchsvoll zu sein, als sie „My Way“ bei Galas singen wollte. Sie habe diese Jahre jedoch nie bereut. Der erhoffte Durchbruch im Westen blieb aber aus.

60 Jahre: „Über diese Zeit denke ich nicht nach“, sagt Freudenberg. „Das lähmt nur.“

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