Heiraten : Von Brautstrauß bis Flitterwochen

Vor allem junge Brautbaare berufen sich bei ihrer Hochzeit auf Traditionen
Vor allem junge Brautbaare berufen sich bei ihrer Hochzeit auf Traditionen

Wenn es um die Hochzeit geht, lieben es die Deutschen traditionell – vor allem die jüngere Generation legt viel Wert auf alte Bräuche.

svz.de von
12. Mai 2018, 16:00 Uhr

„Sie dürfen die Braut jetzt küssen“ – auf den wohl magischsten Moment einer Hochzeit legen die Deutschen am meisten Wert. Für 76 Prozent darf der Hochzeitskuss bei der Eheschließung nicht fehlen.

Tanz und Torte

Auf Platz zwei und drei folgen das gemeinsame Anschneiden der Hochzeitstorte (69 Prozent) und der Hochzeitstanz (65 Prozent). Den Brautstrauß zu werfen, gehört für 61 Prozent der Befragten zum schönsten Tag im Leben zwingend dazu. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Online-Partnervermittlung Parship unter rund 1000 Bundesbürgern.

Bitte ohne Schnippeln und Sägen


Traditionelle Hochzeitsspiele stoßen dagegen auf wenig Zustimmung: Nur 14 Prozent der Deutschen wollen sehen, wie das Brautpaar auf der Hochzeit gemeinsam einen Baumstamm zersägt oder weiße Tauben fliegen lässt. Auch das Ausschneiden eines Betttuch-Herzens mit einer Nagelschere sorgt nicht für Begeisterungsstürme: Nur 12 Prozent finden es spannend, ob Braut oder Bräutigam seine Herz-Hälfte schneller ausschneidet und damit zeigt, wer die Hosen in der Beziehung anhat. Die Brautschuhe mit Cent-Stücken bezahlen? Für diesen Hochzeitsbrauch kann sich nur jeder Zehnte (10 Prozent) begeistern.

Junge mögen’s altmodisch

Höher im Kurs stehen ganz traditionelle Hochzeitsbräuche – sowohl am Tag der Eheschließung als auch im Vorfeld. Rund ein Drittel der Befragten (31 Prozent) ist der Meinung, dass der Bräutigam beim Brautvater vor der Hochzeit um die Hand der Herzdame anhalten sollte. Besonders bei den 18- bis 29-Jährigen ist dieser Brauch beliebt (47 Prozent).

Neben den alten Traditionen beginnen sich auch neue Bräuche zu etablieren: Für knapp ein Drittel der Deutschen (32 Prozent) gehören Brautjungfern zur perfekten Hochzeit dazu, unter den 18- bis 29-Jährigen gilt das sogar für 57 Prozent. Bei der jungen Generation stehen auch die Flitterwochen hoch im Kurs: 69 Prozent wollen mit einer großen Reise nach der Hochzeit ins Eheleben starten. Bei den 30- bis 65-Jährigen sind es nur 26 bis 42 Prozent. Generell legen Frauen und jüngere Befragte im Alter von 18 bis 29 Jahren besonders viel Wert auf Traditionen zur Hochzeit.

Ganz in weiß

Vor allem die Braut steht am großen Tag im Mittelpunkt. 36 Prozent der Deutschen finden es wichtig, dass sie mit etwas Altem, Neuem, Geborgtem und Blauem ausstaffiert ist. Besonders die Frauen (48 Prozent) halten gerne an diesen traditionellen Accessoires fest. Egal ob alt oder neu, das Brautkleid muss weiß sein – so denkt knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent). Der Bräutigam hat bei diesem Thema nicht viel mitzureden: 52 Prozent der Deutschen halten daran fest, dass er seine Zukünftige erst am großen Tag darin sehen darf. Weitere 50 Prozent befürworten es zudem, wenn die Braut unter den Blicken aller Gäste am Arm eines engen Vertrauten in die Kirche oder das Standesamt einzieht (50 Prozent).

Nicht verbiegen

Psychologe Markus Ernst meint: „Obwohl Heiraten individueller denn je ist, möchten Paare auf Bräuche nicht verzichten. Dennoch passt nicht jede Tradition zu jedem Paar, gerade auch, weil viele Bräuche auf die klassische Rollenverteilung abzielen. Die Hauptsache ist, dass sich Braut und Bräutigam wohlfühlen und sich nicht für die Hochzeitsgäste verbiegen.“

ZVS

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