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Wunder von Chile : Überlebt in 700 Meter Tiefe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Fünf Jahre nach der Rettung in Chile: 33 Kumpel zwischen Ruhm und Streit

Ihre Rettung war spektakulär und machte weltweit Schlagzeilen. Die Bergleute galten als die Helden des „Wunders von Chile“: 33 Kumpel hatten 69 Tage in 700 Metern Tiefe überlebt, bevor sie mit einer eigens angefertigten Rettungskapsel „Phönix“ am 13. Oktober 2010 wieder an die Oberfläche gebracht werden konnten. Auch fünf Jahre danach lässt viele der Männer das Unglück nicht los, inzwischen gibt es auch Streit zwischen ihnen.

Um die 1600 Journalisten aus aller Welt folgten der spektakulären Aktion, die mit der Rettung aller Bergarbeiter endete. Über eine Milliarde Menschen sahen live die Übertragung. Nun bringt die Verfilmung des Dramas die 33 zurück in ins Rampenlicht. Die chilenische Premiere von „The 33“ („Die 33“) war im August zum fünften Jahrestag des Unglücks. Die 33 – die echten, nicht die Schauspieler – standen dabei für ein Gruppenbild vor der Presse. Im Rahmen der internationalen Vorstellung sollen die 33 Kumpel morgen im Vatikan von Papst Franziskus empfangen werden. Sie wollten sich gemeinsam mit dem Kirchenoberhaupt den Film ansehen. Ob sie sich dabei wieder alle zusammen fotografieren lassen, ist fraglich. Reygadas und drei weitere der Kumpel haben nämlich Anzeige bei der Staatsanwaltschaft von Copiapó erstattet: Es solle untersucht werden, was mit dem Geld passiert sei, mit dem 2013 die Stiftung „Los 33 de Atacama“ gegründet wurde, der alle geretteten Bergarbeiter angehören. Die Anzeige richtet sich gegen den Schichtführer der 33: Luis Urzúa und zwei weitere Kumpel, die die Stiftung leiten.

Reich ist nach dem Unglück keiner der Bergleute geworden. Erst zum vierten Jahrestag der Rettung hat die Regierung von Chile jedem der 33 eine monatliche Rente von 315 000 Peso (410 Euro) zugesprochen, das ist die Hälfte ihres Einkommens als Arbeiter in der Mine.

Der Zivilprozess der Kumpel gegen das Minenunternehmen und den Staat kommt nur schleppend voran. Auf der strafrechtlichen Seite stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ein, ohne Anschuldigungen zu formulieren. Dafür gebe es nicht genug Gewissheit über das Unglück, so die Behörde.

Vielen der 33 Bergleute fällt es schwer, zurück ins Leben zu finden. Einer der 33, Jorge Galleguillos, führt die Besucher gegen ein Trinkgeld über das Gelände. Er versucht so, sein Einkommen aufzubessern und die Geschehnisse zu verarbeiten. Er werde jeden Morgen von Albträumen geweckt, sagt er.

 

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