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Von der Tellerwäscherin zur Starköchin : Träumen, kämpfen, kochen

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Spanierin Maria Marte mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet

svz.de von
erstellt am 14.Mär.2017 | 08:00 Uhr

Das Leben von María Marte ist eine dieser Erfolgsgeschichten, die wie ein Märchen klingen. Die junge Frau aus der Dominikanischen Republik kam vor 14 Jahren als arme Einwanderin nach Spanien. In der Hauptstadt Madrid fand sie einen Job als Putzfrau und Tellerwäscherin in einem feinen Restaurant. Heute ist die 41-Jährige die Küchenchefin des Gourmet-Tempels „Club Allard“. Und sie ist in der globalen Kochwelt die einzige Köchin aus Lateinamerika, die mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet wurde.

Als María beim Tellerwaschen ihrem damaligen Chef sagte „Ich will Köchin werden“, wurde sie ausgelacht. Nach langem Drängen bekam sie tatsächlich eine Chance als Küchenhilfe. Es begann eine Leidenstour, auf der sie allerhand Erniedrigungen ertragen musste. Doch die Kochautodidaktin aus der Karibik biss sich durch, überraschte mit Kreativität und Können und stieg in der Restaurantküche auf. Bis sie zur rechten Hand des damaligen Chefkochs wurde, der Diego Guerrero hieß und 2011 zwei Michelin-Sterne holte.

Als Guerrero zwei Jahre später, im Jahr 2013, die Koffer im „Club Allard“ packte, bekam María Marte ihre Chance als neue Küchenchefin. Nur wenige glaubten, dass die Einwanderin aus der dominikanischen Kleinstadt Jarabacoa es schaffen würde, die beiden Michelin-Sterne zu verteidigen – auch Guerrero glaubte es nicht. „Du bist gut, aber nur an der Seite von jemanden wie mir“, sagte er ihr zum Abschied. Doch wenig später war die Kochsensation perfekt: Die Michelin-Tester befanden, dass María ihrem prominenten Vorgänger in nichts nachstand. Sie durfte die beiden Gourmet-Sterne behalten.

Inzwischen gilt María Marte, Mutter dreier Kinder, als die größte Kochhoffnung mit lateinamerikanischen Hintergrund. Sie glaubt fest daran, dass ihre märchenhafte Kochkarriere noch nicht beendet ist, „sondern gerade erst begonnen hat“. Sie ist fest entschlossen, getreu ihres Lebensmottos „Träumen, kämpfen, kochen“, sich den dritten Stern zu holen. Kein leichtes Unterfangen in einem Gourmet-Universum, in dem die Männer regieren. Dabei glaubt sie, dass die Frauen nicht schlechter kochen als ihre männlichen Berufsgenossen. „Wir sind auf dem gleichen Niveau.“ In Spanien gibt es bisher neun Drei-Sterne-Köche, darunter ist bisher nur eine Frau – Carme Ruscalleda mit ihrem Restaurant „Sant Pau“ in der Nähe der katalanischen Metropole Barcelona. Die kochende Aufsteigerin María Marte ist inzwischen zum großen Vorbild für hunderttausende Einwanderer aus Lateinamerika geworden, die ebenfalls auf ihr großes Glück in Europa hoffen.

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