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TV-Tipp : Tödliche Geheimnisse - Jagd in Kapstadt

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Neue Medikamente kosten viel Geld - da wird schon mal der Tod von kranken Menschen in Kauf genommen. Ein TV-Film beleuchtet nun erneut diese zynischen Geschäfte.

svz.de von
erstellt am 26.Aug.2017 | 00:01 Uhr

Manche Geschichten sind so spannend, dass ein 90-Minüter darüber nicht ausreicht. Das zeigt nun der zweite Teil des Films «Tödliche Geheimnisse - Jagd in Kapstadt», in dem es um die Forschung an und den Handel mit einem neuen Medikament geht, das vielen Krebspatienten helfen könnte und dennoch nicht auf den Markt kommt.

Der Film ist an diesem Samstag (20.15 Uhr) im Ersten zu sehen. Den ersten Teil im November 2016 verfolgten 5,15 Millionen Zuschauer, er stand am Donnerstag (24.8.) zur Wiederholung an.

Es geht auch diesmal wieder um die beiden investigativen Journalistinnen Rommy Kirchhoff (Nina Kunzendorf) und Karin Berger (Anke Engelke), die in eine beträchtliche Verwicklung von Lobbyisten, politischem Machtkalkül und multinationaler Interessen geraten. Kirchhoff sucht noch immer den verschwundenen Lobbyisten Paul Holthaus (Oliver Masucci), der ihr brisante Informationen verraten könnte. Gemeinsam mit dessen verzweifeltem Sohn Max (sehr gut: Leonard Scheicher) reist sie nach Kapstadt, wo Holthaus von Lilian Norgren (großartig: Katja Riemann), der ebenso hochschwangeren wie zynischen Chefin des Agrarkonzerns Norgreen Life, in ihrem schönen Haus am Meer gefangen gehalten wird. Dann reist Kirchhoffs Ex-Chefin Berger an, um ihr bei der Suche nach Holthaus zu helfen.

Derweil hat der Berliner Arzt Dr. Schwarz (Benjamin Sadler) im Kongo ein Medikament gegen eine Form von Leberkrebs entwickelt, bei dem angenommen wird, dass er durch das Pflanzenschutzmittel Pancosal (Hersteller ist Norgreen Life) hervorgerufen worden ist. Schwarz' Patent verspricht ein riesiges Geschäft für die Pharmaindustrie. Jedoch nicht für ihn, denn er wird erpresst, weil er eine Affäre mit einem 14-jährigen Mädchen hatte.

Während der erste Teil in Berlin spielte, ist es diesmal Kapstadt in Südafrika. Diese internationale Koproduktion ist auch der Grund dafür, dass der Film komplett synchronisiert ist, was für den deutschen Zuschauer etwas befremdlich wirken mag. Was im Grunde aber kaum eine Rolle spielt, da sich ständig irgendwelche Leute treffen und Sätze sagen wie: «Ich hatte keine Wahl» oder «Reden Sie mit mir!». Was dann leider doch nicht geschieht, auch wenn die vielen Treffen den gnadenlosen Lobbyismus zeigen sollen, der hier sein Unwesen treibt.

Autor Florian Oeller («Das Goldene Ufer») und Regisseurin Sherry Hormann («Operation Zucker - Jagdgesellschaft») zeichnen auch für den ersten Teil verantwortlich, der wesentlich spannender war als jetzt der zweite. Hier gibt es einfach zuviel Szenen, die sich wiederholen - daran ändern auch ein feiger Anschlag auf Kirchhoff und ein Kniefall (als Entschuldigung) von Berger vor ihrer Freundin nichts. Anke Engelke sagt im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur zu diesem Film: «Er zeigt Menschen im Hintergrund, die dort scheinbar unbeobachtet die Fäden ziehen. Er will erzählen, was hinter den Kulissen passiert, was in der Konsequenz uns doch aber alle betrifft: Was wir kaufen, konsumieren, anziehen, essen und so weiter. Die Menschen sind einfach überfordert, das ist das Problem.»

Nun, der Zuschauer ist das wohl nicht, aber er muss sich doch ganz schön durch diesen ambitionierten Film mit guten Schauspielern kämpfen, der sich zu sehr in hübschen Kulissen, Fragen nach der Moral und eines Verhaltens mit gutem Gewissen verheddert. Die Zusammenhänge zwischen eiskalter Exportsteigerung, dubiosen Experimenten an Menschen und fehlgeleiteter Entwicklungshilfe bleiben undurchsichtig und verwirrend. Am Ende gibt es immerhin einen schönen Cliffhanger - ein dritter (und vermutlich letzter) Teil ist bereits in Vorbereitung.

Tödliche Geheimnisse - Jagd in Kapstadt

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