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Fernsehen : Terence Hill spielt in Südtirol einen ehrenwerten Bergpolizisten

vom
Aus der Onlineredaktion

svz.de von
erstellt am 06.Aug.2017 | 21:00 Uhr

In Deutschland genießen sie als Krawall-Duo absoluten Kultstatus: Bud Spencer und Terence Hill haben mit fast 20 Actionfilmen das Kinopublikum begeistert. „Vier Fäuste für ein Halleluja“ war einer von ihnen – und Motto für das gemeinsame Agieren vor der Kamera.

Die schönsten Prügelszenen, die witzigen Dialoge und der herrliche Gegensatz zwischen dem bulligen Haudrauf und dem cleveren Kerlchen begeisterten die Fans.

Nach ihrem letzten gemeinsamen Film „Die Troublemaker“ von 1994 ließ es Hill etwas ruhiger angehen, bevor er sich primär dem Fernsehen widmete. Hier konnte er zunächst mit der noch immer laufenden Serie „Don Matteo“ einen riesigen Erfolg in Italien verbuchen.

2011 gesellte sich mit „Die Bergpolizei – Ganz nah am Himmel“ eine weitere Hit-Serie dazu, in der Hill die Hauptrolle spielte. Die ersten zwölf Folgen strahlt der Bayerische Rundfunk nun erstmals im hiesigen Free-TV aus. Immer freitags um 20.15 Uhr wird eine Episode gezeigt. Für die Synchronfassung konnte der Sender sogar Hills alten Stammsynchronsprecher Thomas Danneberg gewinnen.

In „Die Bergpolizei“ verkörpert der heute 78-jährige Hill den Förster Pietro, der seine Frau einst bei einem tragischen Kletterunglück verlor und zurückgezogen in einem Südtiroler Tal lebt.

Doch wirklich friedlich ist sein Alltag dort selten. Weil sein Forsthaus auch Sitz der örtlichen Polizeistation ist, greift er den Gesetzeshütern bei kniffligen Fällen immer wieder unter die Arme.

In der ersten Folge ging es um eine junge Frau, die der Förster im Wald tot aufgefunden hatte. Sie hat verdächtige Tierbissspuren am Arm. Ein Wolf soll sein Unwesen treiben, erzählt man sich im Dorf. Doch Förster Pietro weiß es besser. Seine eigenen Ermittlungen ergeben, dass skrupellose Menschen geheime Hundekämpfe veranstaltet haben, bei denen der Wolf eingesetzt wurde. Er kann das Tier retten und ihm den Weg in die Freiheit weisen.

Es ist schon seltsam, den verschmitzten Actionheld nun als eher steifen Gesetzeshüter zu erleben. Terence Hill reitet zwar noch immer stolz hoch zu Ross durch die Szenerie, doch wenn er sinnierend aus seiner Holzhütte auf den Wildsee schaut, ist das Klischee der Berg-Idylle fast unerträglich.

„Stadtmensch trifft Naturbursch“, hieß es in der Ankündigung des BR. Doch wenn der Held durch die Berge klettert oder reitet oder Wölfe zähmt, hört der Spaß auf. Auf die peinlichen Stücke aus der Krimi-Klamottenkiste hätten die italienischen Macher gern verzichten können. Wie sagte es einst Terence Hill zu Bud Spencer: „Du krähst hier rum, wie der Gruppenhansel von der Laienspielgruppe!“



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