Leute : Tausendsassa auf Eroberungstour

Shakira, die Königin des Hüftschwungs
Shakira, die Königin des Hüftschwungs

Nach knapp vier Jahren bringt Shakira ein neues Album heraus

svz.de von
23. März 2014, 20:31 Uhr

Experimentierfreudig war die Frau mit dem wohl berühmtesten Hüftschwung der Welt schon immer. Mit dem nach ihr benannten Comeback-Album „Shakira“ wird die Pop-Ikone aus Kolumbien endgültig zum „Hans Dampf in allen musikalischen Gassen“. „In den vergangenen Jahren ist bei mir viel passiert, Gutes und Schlechtes. Vor allem: Ich bin Mutter geworden, mein Kleiner hat mir so viel beigebracht“, sagt die 37-Jährige in Barcelona. Das neue Album sei das Ergebnis einer „Wiederentdeckung“ ihrer selbst.

Viel Pop und Dance, da etwas Rock und hier ein bisschen Reggae, Folk und sogar ein Country-Abstecher: Das zehnte Studio-Album von Shakira ist ein wagemutiger Seiltanz, der alles in allem gelingt und gute Chancen hat, sein ehrgeiziges kommerzielles Ziel zu erreichen.

Tom Corson, Präsident von Shakiras Label Sony RCA Records, sagte dem Fachmagazin „Billboard“ ohne Umschweife: „Das Konzept hinter diesem Album zielt auf einen globalen Coup. Sie (Shakira) soll nicht nur in den Latino-Märkten, sondern überall, vor allem in den USA die Gipfel der Charts stürmen.“

Shakira, die bereits 70 Millionen Platten verkaufte und auf Facebook mehr als 85 Millionen Fans hat, bläst nimmersatt zur Eroberung neuer Märkte, neuer Fangruppen. Alles scheint bis ins kleinste Detail geplant. Der erste bereits veröffentlichte Song „Can’t Remember to Forget You“, der schnell in die Top10 der deutschen Charts schoss, wurde nicht umsonst mit Barbados-Beauty Rihanna (26) aufgenommen, die eine jüngere Anhängerschaft hat. Durch die Boxen hämmern die beiden eine powervolle Rock-Pop-Reggae-Mischung mit vielen Gitarrenriffs.

Das Video der leichtbekleideten, lasziven Ladies ist aber nicht jedermanns Sache. Es gab Kritik, die frischgebackene Mama lasse sich als Sexobjekt vermarkten. Ein empörter Abgeordneter ihres Heimatlandes wollte den Song gleich verbieten lassen. „Es gibt in Kolumbien wichtigere Probleme, um die sich ein Politiker kümmern sollte“, entgegnete derweil die kämpferische „Shaki“. Ihr Lebenspartner, der spanische Fußballer Gerard Piqué (27), sei „sehr konservativ“ und habe ihr zwar Videos mit Männern strikt untersagt, die Zusammenarbeit mit Rihanna habe aber sogar er als „elegant und kunstvoll“ gebilligt, verriet sie.

Piqué widmet die Latin-Diva das auf Gitarren basierte Liebeslied „23“. Es hört sich nett an, ein Höhepunkt dürfte aber der „Beitrag“ von Sohn Milan (1) sein, der am Ende ins Mikrofon gluckst.

Ein ganz heißer Sommerhit-Kandidat ist unterdessen der vierte von insgesamt zwölf Songs des Spanglish-Longplayers: „(Dare)-Lalala“. Mit seinen dröhnenden Beats ist es ein würdiges Followup von „Hips Don’t Lie“. Dass ausgerechnet dieses Lied als musikalische Untermalung einer Joghurt-Werbung herhalten muss, werden nicht alle Shakira-Fans verstehen. Aber wiederum passt das in den vom Tausendsassa aus dem Karibik-Badeort Barranquilla eingeschlagenen „Multibunti“-Berufs- und -Lebensweg.

In den knapp vier Jahren seit ihrem letzten Studio-Album „Sale el Sol“ (2010) machte Shakira nicht nur eine vom Streit um Millionen begleitete Trennung von ihrem langjährigen Mann und Manager Antonio de la Rua durch. Sie lernte nicht nur Piqué kennen, wurde Mama, und heuerte nicht nur bei „The Voice“ an. Mit ihrer Stiftung „Pies Descalzos“ (Barfuß) gründet sie Schulen für notleidende Kinder in ihrer Heimat, trug so, wie sie sagt, sogar zur „Auflösung von Jugendgangs“ bei, und nebenbei unterschrieb sie – vor allem in den USA – immer mehr Werbeverträge.

Der Aufstieg der Shakira Isabel Mebarak Ripoll ist – wenn man der Frau aus der Nähe zuhört – sicher längst nicht zu Ende. „Als ich schwanger war, habe ich Spotlights, Kameras und Mikros nicht vermisst. Ich kann locker zu Hause bleiben, bin gern Mutter und Hausfrau. Aber ich habe noch viel Hunger. Ich will noch viel machen, mir selber noch viel beweisen“, sagt sie resolut.

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