Zurück in Paraderolle : Stumph ist wieder Stubbe

Wolfgang Stumph
Wolfgang Stumph

svz.de von
09. Mai 2017, 05:00 Uhr

Fast vier Jahre nach dem Abschied aus dem Hamburger Kommissariat spielt Wolfgang Stumph wieder Wilfried Stubbe. Der beliebte ZDF-Ermittler kehrt zurück ins TV – für einen Abend. Nach Drehende für einen Spielfilm und seinen zweiten Dokumentarfilm zur Minireihe „HeimatLiebe“ plant der Schauspieler ein „Stubbe Spezial“.

„Stubbe ist wohl Kult geworden, die Zuschauer drängen auf ein Wiedersehen“, sagte der 71-Jährige in Dresden. Auch ihn selbst und die Autoren interessiere, was ein arbeitsbesessener Mann mache, wenn er nicht mehr gebraucht werde.

„Zuschauer fragen mich immer wieder, was macht Stubbe jetzt?“, berichtete Stumph. Deshalb soll der Kriminalist, den es nach der Pensionierung zurück nach Dresden zog, außerhalb von Wiederholungen nun noch einmal aufleben.

Stumph will nur so viel verraten: Die alte Heimat sei ihm nach über 25 Jahren Abwesenheit fremd geworden, seine ist Frau jung und noch im Beruf. „Da gibt es Konfliktstoff.“ Offiziell ermitteln wird Stubbe nicht. „Aber er steht sich selbst im Weg und mischt sich ein.“

Stumph hatte zwischen 1995 und 2013 für die ZDF-Krimireihe „Stubbe – Von Fall zu Fall“ 50 Mal vor der Kamera gestanden. Das Thema Suche nach Heimat und Liebe trieb Stumph auch auf seiner Reise für den Film „HeimatLiebe 2“ fürs MDR-Fernsehen um. Dafür traf er auf Menschen, die in der Fremde zu Hause waren oder sind. Seit dem ersten Dokumentarfilm hat sich der Horizont erweitert.

„Das Gefühl, zu Hause zu sein, zu suchen und wiederzufinden, ist viel globaler“, nannte Stumph eine wichtige Erkenntnis. „Es ist nicht daran gebunden, wo ich geboren bin, sondern wo die Familie ist und ich mich selbst verwirklichen kann und mich gebraucht fühle.“ Stumph besuchte für „HeimatLiebe 2“ etwa einen vietnamesischen Professor, der als Kind in den 1950er-Jahren in der DDR aufwuchs und studierte, und Deutsche, die ihr Glück in Vietnam fanden. In Irland begegnete er Landsleuten, die es schätzen, „dass es dort nicht auf Statussymbole ankommt und sie sich unvoreingenommen frei entfalten können“. Und „Stumpi“ trifft in der alten Heimat auch sogenannte Rückkehrer aus dem Westen – Kommissar Stubbe zählt dazu.

Für Stumph war ein Weggang aus Sachsen kein Thema. „Dresden ist meine Heimat, meine Wurzeln hier sind so tief und durch nichts loszureißen.“ Zudem habe er sich die berufliche Freiheit erkämpft und erarbeitet. „Menschen verlassen ihre Heimat und fühlen sich dort wohler, wo es nicht um die Hast nach immer mehr geht.“ Wichtig sei vielmehr Empathie.

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