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Tatort-Kommissare : Städtevergleich mit Würstchen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär kennen sich nicht nur in Köln gut aus

Seit 20 Jahren ermitteln Klaus J. Behrendt (57) und Dietmar Bär (56) als „Tatort“-Kommissare Ballauf und Schenk in Köln. Christoph Driessen hat sie beim abendlichen Dreh an der Würstchenbude des Kölner „Tatort“-Teams getroffen.

Die „Tatort“-Würstchenbude dürfte für Fernsehzuschauer mittlerweile einer der markantesten Punkte in Nordrhein-Westfalen sein.

Bär: Weil er fiktiv ist, aber trotzdem real.

Wo steht sie denn wirklich?

Bär: Eine Zeitlang stand sie am Schokoladenmuseum. Dann wurde sie von dort verdrängt, durch die Wirren der Marktwirtschaft, sag ich mal, und jetzt hat sie in den Sommermonaten ein neues Heim an der Südbrücke.

Essen Sie die Wurst wirklich?

Bär: Nein, das ist alles computeranimiert...

Behrendt: Es ist schon real.

Und wie viele Würstchen essen Sie pro Szene?

Behrendt: Das kommt immer drauf an, wie viele Klappen man hat. Ich sag mal, so zwei. Man teilt sich das ja in kleine Stückchen ein.

Sie kommen beide ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen, leben jetzt aber schon lange in Berlin, oder?

Bär: Ich hab ’ne Wohnung hier. Meine Lebensmittelpunkte sind Köln und Berlin.

Und Sie, Herr Behrendt? Mein Lebensmittelpunkt ist Berlin, aber Nordrhein-Westfalen hat einen sehr wichtigen, großen Stellenwert für mich. Nordrhein-Westfalen ist für mich Jugend, hier bin ich aufgewachsen. Es ist immer noch ein großer Teil Zuhause.

Sie kommen also noch regelmäßig hierhin?

Behrendt: Zunächst mal bin ich natürlich einen großen Teil des Jahres in Köln und Umgebung. Und dann gibt es da eine Stadt, wo ich aufgewachsen bin, da bin ich auch ab und zu.

Köln hat ja nicht den besten Ruf. Silvesternacht, Archiveinsturz...

Bär: Ich höre unheimlich oft von Leuten, die mal hier waren: sympathisch, aber das ist ja jetzt keine schöne Stadt. Ich frage dann immer zurück: Wo ist denn die schöne deutsche Stadt, außer Heidelberg und Rothenburg ob der Tauber?

Behrendt: Es ist absolut lebenswert hier. Es sind ganz tolle Menschen hier. Die rheinische Frohnatur, das ist kein Klischee, die gibt’s wirklich.

Bär: Es ist eine spezielle Stadt. Ich halte Köln für die toleranteste Stadt Deutschlands. Ich habe ja den Vergleich mit Berlin. Und da wird alles Mögliche versprochen, aber gehalten wird es im Alltag hier in Köln.

Behrendt: Berlin ist einfach anders. Berlin hat so viele Stadtteile, und jeder Stadtteil hat wieder einen anderen Charakter.

Bär: Es gibt aber eine Berliner Mentalität, und es gibt eine Kölner Mentalität. Und die ist völlig anders. Hier gilt: Leben und leben lassen.

Behrendt: Berlin ist rauer.

Bär: Ja, es ist der raue Ton, aber es ist auch der Anonymität der Metropole geschuldet. Und trotzdem kann’s auch gemütlich sein in Berlin.

Behrendt: Ich liebe Berlin sehr.

Denkt man sich da manchmal: Ach, in Berlin „Tatort“-Kommissar zu sein, wär auch super?

Behrendt: Nein, in Berlin sind ja unsere Kollegen.

Bär: Da könnte ich mich ja jeden Sonntagabend hinsetzen und sagen: Ach, Stuttgart wär auch schön.

Es ist vermutlich wirklich ein abwegiger Gedanke.

Bär: Ja, gut, dass Sie es einsehen. Es ist wirklich abwegig. Wir bleiben in Köln.

 

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