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Zerbrochene Träume : Spiel um alles

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Keine Arbeit mehr, die Frau auf und davon - aber der Sohn entwickelt sich zum Sportprofi. Davon handelt der französische Spielfilm «Spiel um alles».

svz.de von
erstellt am 09.Aug.2017 | 00:01 Uhr

Was passiert, wenn der Job plötzlich weg ist, und dann auch noch die Ehefrau - das zeigt der Film «Spiel um alles». Es geht um das Auseinanderbrechen einer Familie und die Zukunftsperspektiven von Vater und Sohn. Der Spielfilm ist an diesem Mittwoch (21.55 Uhr, Arte) zu sehen.

Irgendwo in einem französischen Kaufhaus: Der bisherige Regionalleiter Jérôme (Olivier Gourmet, «Madame Bovary») packt seine Habseligkeiten aus dem Schreibtisch und geht durch ein wahres Spalier seiner Mitarbeiter, die ihn sichtlich bewegt verabschieden.

Zuhause erklärt er seiner Gattin Laura (Valeria Bruni Tedeschi, Schwester von Carla Bruni) beim Kochen, dass man die Kündigung unbedingt positiv sehen müsse, womit sie sich jedoch schwertut und ihn fragt, was er nun zu unternehmen gedenke. Er möchte sich mit einem eigenen Geschäft selbstständig machen und hat auch schon eines im Auge, das angeblich in einer guten Lage steht. Doch trotz aller Geschenke, die er ihr macht, vermag sie seinen Plänen nicht zu folgen und verlässt ihn - auch weil sie sich in einen Kollegen verliebt hat.

Damit lässt sie ihren elfjährigen Sohn Ugo (Charles Mérienne) ebenfalls im Stich, der begeistert Tennis spielt. Er fällt dem Trainer Sarde (Jean-Yves Berteloot) auf, der den talentierten Jungen in ein Sportinternat in Paris stecken und mit ihm eine Karriere als Profi-Tennisspieler aufbauen will.

Ugos Vater unterstützt ihn dabei nach Kräften - die beiden verstehen sich ausgesprochen gut. Doch dann zerplatzen Jérômes berufliche Pläne komplett, weil seine Investoren abspringen, und er stürzt sich voll in die Aufgabe, seinen Sohn einen Weg nach ganz oben zu ebnen.

Vater und Sohn entwickeln einen starken Ehrgeiz, der zunehmend gefährlich wird. Weil der verzweifelte Vater gescheitert ist, will er seinem begabten Sohn helfen. Der Junge wiederum schreckt nicht davor zurück, das Trinkwasser eines Spielgegners mit einem Schlafmittel zu versetzen, der daraufhin einen allergischen Schock erleidet.

Der Vater nimmt alle Schuld auf sich und erklärt gegenüber der Polizei, er habe das nur getan, um «wenigstens auf dem Spielfeld die Ungerechtigkeiten dieser Welt auszugleichen und dafür zu sorgen, dass Ugo noch ein bisschen an seinen Traum glauben kann».

Regisseur Stéphane Demoustier (39, «Les Petits Joueurs») hat mit «Spiel um alles» seinen ersten langen Spielfilm gedreht. Er hatte selbst als Junge viel Tennis gespielt und konnte dadurch einige autobiografische Elemente in seinen Film einarbeiten.

Der Originaltitel seines - nicht durchgängig realistischen - Erstlingswerkes heißt «Terre battue», was im Französischen die Tennissandplätze meint. Die sind auch oft im Bild, samt der Spieler; dazu kommen ebenso oft die Großaufnahmen der Gesichter von Vater und Sohn. Vor allem, als sie erkennen, dass sie beide richtig Mist gebaut haben und alle ihre Träume jäh zerbrochen sind.

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