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William und Kate in Berlin : „Sie hat mir die Hand geschüttelt!“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bei strahlendem Sonnenschein werden Prinz William und seine Ehefrau Kate in Berlin begeistert empfangen

Die Royals zum Anfassen: Tine fällt ihrer Freundin in den Arm, Freudentränen kullern der Schülerin aus Stuttgart über die Wangen. „Sie hat mir die Hand geschüttelt. Sie hat gefragt, wie es mir geht“, kreischt sie. „Wahnsinn!“ Sie – das ist Herzogin Kate, die mit ihrem Mann Prinz William gestern Mittag am Brandenburger Tor das Bad in der Menge sucht. Fast 20 Minuten Händeschütteln in sengender Hitze. Viele Hundert waren gekommen, mit Union Jacks aus Papier, der britischen Nationalflagge. Jedes Winken von Kate auf dem Pariser Platz wird mit lautem Jubel bedacht, auch Williams Hand immer wieder ergriffen: „Nice to meet you!“ Royal-Euphorie in der Bundeshauptstadt.

Der Enkel von Queen Elizabeth II. und seine Frau bezaubern Berlin, erfüllen den Auftrag ihrer Majestät mit Bravour: Das Königreich hat seine Vorzeige-Familie geschickt, Charmeoffensive der „Brexit-Botschafter“, um die Freundschaft der Insel mit Europa zu untermauern, die Sorge zu entkräften, Großbritannien kehre nicht nur der EU, sondern gleich dem ganzen Kontinent den Rücken. Vom „Beginn eines langen Verhältnisses zwischen dieser neuen Generation der Königsfamilie und Deutschland“ schwärmt der britische Botschafter, Sir Sebastian Wood.

Zuvor hatten William und Kate mit ihren Kindern George, der am Sonnabend seinen vierten Geburtstag feiert, und der zwei Jahre jüngeren Charlotte Polen besucht, auch dort schon für Begeisterung und Royal-Fieber gesorgt. Gestern um 11.47 Uhr setzt der königliche Jet dann am Flughafen Tegel auf, acht Minuten später erscheint William mit dem kleinen George an der Hand – die ersten Bilder. Müde ist George, reibt sich die Augen, legt das Köpfchen an Papas Arm, quengelt. Ganz anders Schwesterchen Charlotte, auf dem Arm von Mutter Kate, hinreißend im kurzen, hellblauen Kleidchen. Brav reicht sie Botschafter Wood die Hand. Dann spaziert das „Royal Quartett“ zur Limousine.

Bei Kanzlerin Angela Merkel sind die Kleinen nicht dabei, auch nicht später am Brandenburger Tor. Das Mittagessen bei der Regierungschefin war für William wohl auch eine Gelegenheit, um über den Brexit zu reden. Öffentlich gibt es keinen Kommentar – nur ein Winken vom Kanzlerinnen-Balkon – sind die Royals doch zu politischer Neutralität verpflichtet. Doch schon bei seinem letzten Besuch in Deutschland, vergangenes Jahr in Düsseldorf, hatte William verkündet: „Wir bleiben Freunde.“ Der Prinz als freundliches Gegenbild zu Premierministerin Theresa May und ihrem harten Brexit-Kurs. Gestern geraten die schwierigen Verhandlungen, die zur selben Stunde in Brüssel stattfinden, angesichts des Strahlens von William und Kate in den Hintergrund.

Vom Brandenburger Tor waren die beiden zur Holocaust-Gedenkstätte gefahren, „sehr bewegend“ sei das gewesen, sagt William später. Anschließend nehmen sie sich Zeit, den Verein Straßenkinder in Berlin-Marzahn zu besuchen und Teresa Enke zu treffen, Vorsitzende der Stiftung, die nach ihrem Ehemann und Fußballnationaltorwart Robert Enke benannt ist, der sich 2009 das Leben genommen hatte. Zum Tee mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geht es schließlich ins Schloss Bellevue. Am Abend dann der gesellschaftliche Höhepunkt: Botschafter Wood schmeißt in seiner Residenz eine „Queen’s Birthday Party“, mit 600 Gästen wird der Geburtstag von Williams Großmutter nachgefeiert.

Tobias Schmidt

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