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Magier : Rouven verzaubert Las Vegas

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Deutscher zum „Besten Magier“ der Casino-Metropole gekürt

svz.de von
erstellt am 06.Jan.2014 | 06:39 Uhr

Schwarz umrandete Augen, geheimnisvoller Blick: Mysteriös und unnahbar sieht der Rheinländer Jan Rouven auf der riesigen Plakatwand am Strip von Las Vegas aus. „Entdeckt Vegas' neuen magischen Star“, prangt über dem Schriftzug „Illusions“ mit einem funkelnden Schwert in der Mitte. Wie so vieles in der glitzernden Casino-Stadt ist das werbewirksame Show. Der „echte“ Jan hat Strubbelhaare, einen Dreitagebart und ein breites Grinsen im Gesicht.

„Ich mache mich nicht groß zurecht. Privat und auf der Bühne bin ich eher locker, da haben die Leute keine Berührungsängste“, sagt der gebürtige Kerpener. Das glaubt man dem 32 Jahre alten Magier in ausgewaschener Jeans und T-Shirt aufs Wort. Selbst in seiner Traumvilla mit Pool und Palmen am Stadtrand der Glücksspielmetropole wirkt der Zauberkünstler bodenständig. In der Branche hat er den Namen „Der Mann mit den sieben Leben“ weg.

Kein Wunder, denn mal wird er von einem riesigen Bohrer aufgespießt, mal sausen brennende Kreissägen auf ihn zu. Sein Lieblingsakt ist ein spektakulärer Stunt in einem Wassertank.

Zwei Stunden vor der abendlichen „Illusions“-Show sitzt er bei Kaffee und Kuchen entspannt am Küchentisch. Bienenstich und Apfelkuchen aus der deutschen Bäckerei. Doch nach zwei Jahren in Las Vegas hat er sich auch an den „American Way of Life“ gewöhnt. 13 Badezimmer und Toiletten hat das Haus, wie Rouven grinsend sagt. Doch das sei nichts im Vergleich zu richtigen Palästen, die er hier schon gesehen habe. Für ihn zählt vor allem die riesige Lagerhalle auf dem Grundstück. Rouven öffnet die Tür zu einer Art „Folterkammer“ mit Zauber-Requisiten. Eine scharfkantige Riesenklaue hängt an der Decke, ein gigantischer Bohrer steht auf einer Schienenkonstruktion. Der soll später mal auf einer größeren Bühne für Nervenkitzel sorgen.

Im Brühler Phantasialand im Rheinland entdeckte Rouven schon als kleiner Junge seine Liebe zur Zauberei. Später tourte er mit einer eigenen Show durch Europas größte Freizeitparks. Seine Monumental-Tricks brachten ihm viele Preise und internationalen Ruhm ein. 2009 wurde er zum ersten Mal für einen Auftritt in Las Vegas gebucht. Zwei Jahre später erfüllte sich sein Traum von einem festen Engagement in der Casino-Metropole.

Aus Deutschland zogen sein Manager und Produzent Frank Alster und ihr weißer Pudel Puccini in die Wüstenstadt mit. In dem kleineren Clarion-Hotel, abseits vom Strip, feierte der Magier im Juli 2011 Premiere. Sechs Monate später kam der „Riviera“-Ruf an den Strip. Er ist der erste deutsche Zauberkünstler nach Siegfried & Roy, der es auf den Strip geschafft hat. „Diesen Platz kann mir keiner mehr wegnehmen“, sagt er stolz. Dort treten Megastars wie Celine Dion, Elton John, David Copperfield und Criss Angel auf. Sechs Abende pro Woche ist seine Show „Illusions“ in dem Riviera-Casino zu sehen, wo einst Größen wie Liberace, Barbra Streisand und Elvis Presley auf der Bühne standen. Der deutsche Magier lockt an den meisten Abenden um die 400 Zuschauer in das „Starlite Theatre“.

Rouven und sein Team von fünf Tänzern und Helfern zeigen eine magische Show. Gefesselt, in Handschellen, unter Wasser, von scharfen Kreissägen und fallenden Schwertern bedroht – Rouven entkommt den Gefahren sekundenschnell. Seine Show ist ein Mix aus atemraubender Action, verblüffenden Tricks und Witz, mit einem „lustigen deutschen Akzent“, wie ein Kritiker begeistert schrieb. Nach der Show legt er sich weiter ins Zeug. Autogramme geben, für Fotos posieren, mit den Leuten quatschen. Das gehört als „deutsche Gemütlichkeit“ für den Rheinländer dazu.

Vielleicht erklärt das seinen überraschenden Aufstieg zum „Besten Magier des Jahres“. Bei der traditionellen „Best of Las Vegas“-Wahl stimmten die Leser des „Las Vegas Review-Journals“ für Rouven.

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