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Streaming-Serie : Robin Wright: Trump hat Ideen für „House of Cards“ geklaut

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Die Netflix-Serie, die von einem skrupellosen Politiker auf seinem Weg nach oben handelt, war eigentlich als Fiktion gedacht.

Die Macher der erfolgreichen Politserie „House of Cards“ haben ein Problem: Die Realität hat sie eingeholt. „Trump hat all unsere Ideen für die sechste Staffel gestohlen“, sagte Darstellerin Robin Wright (51) dem Magazin „Variety“ während des Filmfestivals in Cannes.

Bislang vier Staffeln der Serie, die den Aufstieg des skrupellosen Politikers Frank Underwood beschreibt, sind beim Streamingdienst Netflix verfügbar. Die fünfte Staffel ist bereits abgedreht und soll Ende Mai abrufbar sein. Wright spielt seit Beginn der Serie Underwoods kalt berechnende Ehefrau.

„Ich weiß nicht, was wir machen sollen, wirklich“, erklärte sie sichtlich belustigt. Der Moderator hatte zuvor davon gesprochen, dass die Serie bisher immer eine fiktionale Welt gezeigt habe, denn während Obamas Präsidentschaft seien die Zuschauer sicher gewesen: „Das ist nicht wirklich das, was passiert.“

Dabei haben die Macher der Serie selbst schon die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmen lassen, als Netflix 2015 einen PR-Stunt wagte: Die Kampagne zur im März gestarteten vierten Staffel, war aufgezogen wie eine echte Präsidentschaftskampagne von  Frank Underwood, dem Protagonisten der Serie: mit Website, Hashtag (#fu2016) und Kampagnenvideo. Sie lief im Dezember parallel zum realen US-Wahlkampf.

<p>Die fiktive Kampagnen-Website fu2016.com.</p>

Die fiktive Kampagnen-Website fu2016.com.

Foto: Screenshot
 

Dann beim Weltwirtschaftsforum in Davos gibt Underwood-Darsteller Kevin Spacey seine Rolle im echten Leben. Er schlüpfte in die Underwood-Rolle, indem er in dessen Südstaaten-Akzent wechselte und sprach auf die Frage, ob Underwood den republikanischen Bewerber Donald Trump in einer TV-Debatte schlagen könnte: „Wir müssen uns einen entscheidenden Unterschied vergegenwärtigen. Eine dieser Figuren ist eine fiktionale Figur, die andere ist eine fiktionale Figur.“

 

Im Zentrum der Serie steht  Frank Underwood, gespielt von Kevin Spacey. Ein Politiker, der es mit Skrupellosigkeit bis zum US-Präsidenten schafft - nicht gewählt, sondern über das Amt des Vizepräsidenten durch den Rücktritt seines Vorgängers dorthin gelangt. Dieser Rücktritt war kein Zufall. In der dritten Staffel ist zu sehen, wie miserabel er sich im Oval Office schlägt: Außenpolitisch macht ihm der Putin-Klon Viktor Petrov (Lars Mikkelsen) so richtig das Leben schwer. Innenpolitisch knirscht seine Sozialkampagne unter dem Titel „America Works“.

In „House of Cards“ sind die Machtspiele und Intrigen unterhaltsam, in der Realität wirken sie eher bedrohlich. US-Präsident Donald Trump wird vorgeworfen, er habe den ehemaligen FBI-Chef James Comey zur Beendigung von Ermittlungen gegen seinen früheren, inzwischen entlassenen, Sicherheitsberater Michael Flynn aufgefordert. Er hat den Mann rausgeworfen, der über die strafrechtliche Aufklärung der Russland-Affäre wachte und sprach mit dem russischen Außenministe im Oval Officie über Staatsgeheimnisse.

(mit dpa)

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erstellt am 19.Mai.2017 | 09:09 Uhr

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