Schauspielerin : Promi-Geburtstag vom 7. September 2017: Hannah Herzsprung

Die Schauspielerin Hannah Herzsprung hat mit 36 Jahren schon viel erreicht.
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Die Schauspielerin Hannah Herzsprung hat mit 36 Jahren schon viel erreicht.

Ihre Eltern waren anfangs wenig begeistert, dass sie Schauspielerin werden wollte. Aber mit ihrem großen Talent hat Hannah Herzsprung alle überzeugt.

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07. September 2017, 00:01 Uhr

Berlin (dpa) - Mörderin, Traumfrau, Ex-RAF-Terroristin - so verschieden und extrem sind die Rollen einer einzigen Schauspielerin nur selten. Doch Hannah Herzsprung taucht leidenschaftlich in jede Rolle ein - und wurde damit bekannt. Heute wird das Naturtalent 36 Jahre alt.

Und die Schauspielerin ist gut im Geschäft: Kurz nach ihrem Geburtstag wird sie in der neuen Serie «Babylon Berlin» auf Sky zu sehen sein. Doch der Weg zum Erfolg war lang und nicht immer leicht.

Als Tochter des Fernsehstars Bernd Herzsprung (75) kam Hannah schon früh in Kontakt mit der Schauspielerei. Aber was gab schließlich den Ausschlag, diesen Beruf zu ergreifen?

Aufgewachsen in der Nähe von München auf einem Bauernhof, drehte ein Fernsehteam des ZDF dort eine Serie. Die damals Elfjährige sah jeden Tag nach der Schule zu, wie eine junge Schauspielerin in eine andere Rolle schlüpfte - und war davon begeistert. Zurückhaltender war ihr Vater, der ihr sagte, sie solle gute Schulnoten nach Hause bringen und sich keine Flausen in den Kopf setzen. Aber nichts konnte sie von ihrem Traum abbringen.

Die junge Hannah Herzsprung besuchte Castings. Schließlich ergatterte sie eine Rolle in der Serie «Aus heiterem Himmel». Da sie noch nicht volljährig war und deshalb den Vertrag nicht unterschreiben konnte, musste sie ihren Eltern beichten, dass sie den Schauspieltraum nicht aufgegeben hatte. Bernd und Barbara Herzsprung (heute Engel) unterschrieben erst, nachdem die Jugendliche ihnen versprach, Abitur zu machen.

Danach begann sie ein Studium der Kommunikationswissenschaften, nebenbei spielte sie kleinere Rollen. Eigentlich war sie gerade auf dem Sprung nach Rom, als sie das Drehbuch zu dem Film erhielt, mit dem ihr 2007 der Durchbruch gelingen sollte: «Vier Minuten».

Um die Rolle der jungen Jenny, die wegen Mordes im Gefängnis sitzt, zu ergattern, tat Hannah Herzsprung alles: Als sie beim Casting in Köln auffordert wurde, ein Stück Papier zu essen, weil Jenny das im Film macht, tat Hannah Herzsprung dies ohne zu zögern - als einzige von 1200 Mädchen.

Als die Jury sie fragt, ob sie Klavierspielen kann, eine wichtige Voraussetzung für die Rolle, antwortet Hannah Herzsprung mit «Ja». Regisseur Chris Kraus gibt ihr die Hauptrolle. Doch die Jenny-Darstellerin hat ein wenig geflunkert: Hannah Herzsprung hat als junges Mädchen ein bisschen Klavier gespielt und konnte zum Zeitpunkt des Castings nicht mehr als den «Flohwalzer».

Die damals 22-Jährige brach ihr Studium in Wien ab, um sich ganz auf den Dreh konzentrieren zu können. Sie zog nach Berlin, übte vier Monate lang Klavier spielen und trainierte Boxen, nur für ihre Rolle als Jenny. Doch die Mühe hat sich gelohnt: nicht nur ihre Familie ist von ihrer Darstellung in «Vier Minuten» begeistert, Hannah Herzsprung erhält auch den Bayrischen Filmpreis als beste Nachwuchsschauspielerin.

Volles Engagement zeigte sie auch in dem Drama «Das wahre Leben» (2007) unter Regie von Alain Gsponer. Für die Rolle der suizidgefährdeten Florina Krüger rasierte sie sich extra die Haare ab. Ausgezeichnet wurde sie für ihre intensive Darstellung mit dem Adolf-Grimme-Preis und erhielt den Deutschen Filmpreis als Beste Nebendarstellerin.

In den letzten Jahren überzeugte Hannah Herzsprung unter anderem in der ARD-Fernsehserie «Weissensee», 2015 war sie im Kino in der Komödie «Traumfrauen» zu sehen. Zuletzt spielte sie in dem ZDF-Fernsehfilm der Woche «Verräter - Tod am Meer» die Stasi-RAF-Aussteigerin Nina.

Doch wie bekommt sie es hin, so viele verschiedene Rollen zu spielen? «Wenn ich vor der Kamera stehe, dann lege ich die Hannah Herzsprung ab wie einen Mantel, denke nicht mehr an die Realität, sondern bin die, die ich spiele. In diesen Momenten bin ich glücklich», sagte die Schauspielerin dem Magazin «Stern».

Aber nicht nur ihr Schauspieltalent, auch als Synchronsprecherin ist sie begehrt: Hannah Herzsprung lieh der Zahnfee in «Die Hüter des Lichts» (2012) und Schlumpfine in «Die Schlümpfe 2» (2013) ihre Stimme.

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