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Nicht an Wirkung verloren : Promi-Geburtstag vom 29. Oktober 2017: Richard Dreyfuss

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In «Der weiße Hai» wäre Richard Dreyfuss beinahe im Rachen des Monsters gestorben. Dem Spielberg-Hit folgten Dutzende Hollywood-Auftritte und ein Oscar. Den hat er in seinem Kühlschrank versteckt.

svz.de von
erstellt am 29.Okt.2017 | 00:01 Uhr

Der Oscar-Preisträger Richard Dreyfuss reagierte vor einem Jahr ganz gelassen, als er von einigen seiner Fans bereits für tot gehalten wurde. Seine Kollegin Julia Louis-Dreyfus (56) hatte in ihrer Dankesrede bei der Emmy-Verleihung mitgeteilt, dass ihr Vater zwei Tage zuvor gestorben war.

Wegen des ähnlichen Nachnamens hielten einige Fans irrtümlich Richard Dreyfuss für den Verstorbenen - online brachten viele ihre Trauer über den vermeintlichen Tod zum Ausdruck.

Der Schauspieler, der an diesem Sonntag 70 Jahre alt wird, klärte das Missverständnis amüsiert auf. Er sei nicht Louis-Dreyfus' Vater, schrieb Dreyfuss auf Twitter: «Aber ich weiß all die betroffenen Tweets wirklich zu schätzen», witzelte er im September vorigen Jahres. Hollywood hat den Star schon mehrere Male in todbringende Situationen versetzt. In «Der weiße Hai» (1975) war Dreyfuss ein waghalsiger Meeresbiologe, der den Zähnen des Monsters in letzter Sekunde entkommt.

In der blutigen Horrorkomödie «Piranha 3D» hatte er 2010 in seiner Rolle als Angler auf der Leinwand allerdings Pech. Nur kurz taucht er in einem kleinen Fischerboot auf, als ein gewaltiges Erdbeben prähistorische Piranhas freisetzt. Mit tödlichen Folgen für seine Rollenfigur, die Dreyfuss in Erinnerung an Steven Spielbergs Kino-Hit «Jaws» mit einer satten Portion Humor spielt.

Mit 70 steht der Schauspieler noch regelmäßig vor der Kamera. Seltener in Hauptrollen, doch als Nebendarsteller hat der ergraute Star nicht an Wirkung verloren. An der Seite von Jane Fonda, Diane Keaton und Don Johnson hat er gerade die Ensemble-Komödie «Book Club» abgedreht. Mit Chevy Chase und Andie MacDowell dreht er derzeit die Buddy-Comedy «The Last Laugh».

Bestimmt kein Oscar-Material, aber einen hat er schon, seit fast 40 Jahren. Als damals jüngster Hauptdarsteller aller Zeiten stach Dreyfuss 1978 Oscar-Mitbewerber wie Woody Allen, Richard Burton und Marcello Mastroianni aus. Er war 30 Jahre alt und hatte Hollywood mit seiner Rolle in der romantischen Komödie «Der Untermieter» nach einem Stück von Neil Simon im Sturm erobert. Erst Adrien Brody («Der Pianist») konnte ihm im Jahr 2003 - mit 29 Jahren - den Rekord abjagen.

Auf Twitter gibt Dreyfuss mit der Auszeichnung gerne ein bisschen an. Er sei ein Oscar-Preisträger und «im Herzen bloß ein amerikanischer Junge» («just an American boy at heart»), schreibt er bei dem Kurznachrichtendienst. Und verrät mit einem Foto, wo er seinen Oscar «versteckt» hält - hinter Wasserflaschen im Kühlschrank. Manche bewahren ihre Wertgegenstände im Safe auf, aber dort würden die Einbrecher zuerst schauen, witzelt der Schauspieler.

Schon vor seinem Oscar-Ruhm kam Dreyfuss in Hollywood groß heraus. Seinen Durchbruch feierte er 1973 mit den damals ebenfalls unbekannten Jungschauspielern Ron Howard und Harrison Ford in dem Kultstreifen «American Graffiti» unter der Regie von George Lucas. Es folgten Spielbergs Kassenschlager «Der weiße Hai» (1975) und «Unheimliche Begegnung der dritten Art» (1977). Doch nach dem Oscar-Triumph ging es bergab. Dreyfuss verfiel Drogen und Alkohol, die Rollen blieben aus. Ein schwerer Autounfall und eine Festnahme wegen Kokainbesitzes setzten seiner Karriere fast ein Ende.

Doch der Sohn eines jüdischen Anwalts, in New York geboren und in Beverly Hills aufgewachsen, schaffte ein Comeback. Der Regisseur Barry Levinson holte ihn mit Danny DeVito für «Tin Men» (1986) als gerissene Vertreter für Blechfassaden vor die Kamera. Mit Bette Midler und Nick Nolte glänzte er in der satirischen Gesellschaftskomödie «Zoff in Beverly Hills», mit Barbra Streisand drehte er das Gerichtsdrama «Nuts... Durchgedreht». Das Drama «Mr. Holland's Opus» brachte ihm 1995 wieder eine Oscar-Nominierung ein.

Der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen holte ihn 2006 für den Katastrophenfilm «Poseidon» vor die Kamera. In Oliver Stones Bush-Parodie «W. - Ein missverstandenes Leben» mimte er zwei Jahre später den früheren US-Vize-Präsidenten Dick Cheney.

Auf Twitter outet sich der dreifache Vater als leidenschaftlicher Trump-Gegner. «Trump ist ein ekelhaftes, gefährliches Schwein», schrieb Dreyfuss im vorigen Oktober, einen Monat vor der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten. Mit seiner gemeinnützigen Organisation «The Dreyfuss Initiative» setzt sich der Schauspieler vor allem für die Förderung von politischer Bildung und kritischem Denken an Schulen ein. 

The Dreyfuss Initiative

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