«Oma»-Romane : Promi-Geburtstag vom 23. Mai: Volkmar Nebe

Volkmar Nebe feiert am 23. Mai seinen 60. Geburtstag. /dpa
Volkmar Nebe feiert am 23. Mai seinen 60. Geburtstag. /dpa

Mit Romanen wie «Die kleine Inselbuchhandlung» hat sich Volkmar Nebe in die Herzen vieler Leser geschrieben – unter dem Pseudonym Janne Mommsen. Doch auch ein berühmter «Tatort»-Fall stammt aus seiner Feder. Jetzt feiert der Autor seinen 60. Geburtstag.

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23. Mai 2020, 00:01 Uhr

Hamburg (dpa) – «Von Leuten wie mir habe ich früher nur in der Zeitung gelesen», sagt Volkmar Nebe lächelnd. Und erklärt: «Ich bin froh, dass ich die Freiheit habe, Geschichten zu schreiben. Dass Hunderte zu meinen Lesungen kommen. Und dass Theater Komödien von mir aufführen und die Zuschauer lachen.»

Manchmal könne er so viel Bereicherung gar nicht fassen. Denn Nebe stammt, wie er es formuliert, aus einfachen Verhältnissen und firmiert heute - meist unter dem Pseudonym Janne Mommsen - unter den erfolgreichsten deutschen Unterhaltungsautoren. So landete sein neuer Roman «Wiedersehen in der kleinen Inselbuchhandlung» (Rowohlt Verlag, Hamburg) gleich auf der Spiegel-Bestsellerliste. 

Eher Longseller sind Nebes «Oma»-Romane, die 2010 mit «Oma ihr klein Häuschen» begannen. Der Autor schreibt zudem viel für das Fernsehen, zeichnet etwa für den ersten «Tatort» mit Maria Furtwängler, «Lastrumer Mischung» (2002), verantwortlich. Zu seinen Bühnenstücken gehört «Botter bi de Fisch», das am Ohnsorg-Theater uraufgeführt wurde und auf Hochdeutsch «Singles à la Carte» heißt. Am kommenden Samstag (23. Mai) feiert der Autor seinen 60. Geburtstag. Bei Kaffee mit Elbblick am Fähranleger Teufelsbrück lässt Nebe, der mit seiner Ehefrau und zwei Teenager-Kindern in der Hansestadt lebt, sein Leben Revue passieren.

Geboren wurde er nahe der Ostsee, in Kiel. «Das Mietshaus, in dem wir wohnten, hat mich geprägt», erzählt Nebe. «Es stand auf einem Hügel und man konnte aus dem Fenster über die ganze Förde gucken. Ich habe immer, mein Leben lang, das Wasser und die Schiffe gesehen. Das hat sich immer gut angefühlt.» Später leistete er seinen Zivildienst an der Westküste, deren eher karge Landschaft ihn faszinierte. Noch später heiratete Nebe eine Föhrerin, deren Familiengräber auf dem Inselfriedhof bis zu Walfängern im 16. Jahrhundert zurückreichen. Und so siedelte der Autor – bei nur anfänglicher Skepsis der Insulaner – unter anderem seine «Oma»-Geschichten und die bislang drei Bände über die «Kleine Inselbuchhandlung» auf der Ferieninsel an.

Dabei hat Nebe lange Zeit gar nicht gewusst, was einmal aus ihm werden soll. Er begann mehrere Studien, arbeitete mit psychisch Kranken und geistig Behinderten, war Treckerfahrer und Hafenarbeiter. «Ich habe mich irgendwie rumgetrieben. War der, der zwischen allen Stühlen saß», erinnert er sich. Dabei habe er geahnt, dass es in eine künstlerische Richtung geht. So studierte er noch Musik in Kiel und Oldenburg – mit Abschluss. Und wollte zum Film. Weil das zunächst nicht klappte, jobbte er als Klavierlehrer in Hamburg, war Rundfunk-DJ bei Radio Bremen sowie Pianist in Bars und Shows, auf dem Traumschiff, für Reifenhändler und im Bundestag.

So um die 30, als alle seine Freunde schon ordentliche Berufe hatten und langsam seriös wurden, machte auch Nebe ernst. Er fing an zu schreiben, versuchte es beim Rundfunk. Oft wurde er zurückgewiesen, doch der Jungautor versuchte es unverdrossen immer wieder. «Schon allein aus Existenznot», wie er sagt. Eine von ihm erfundene Kurzkrimireihe auf Welle Nord SH, gelesen von Schauspielstar Friedrich Schütter (1921-1995), geriet zum Startschuss seines Erfolgs. Der legendäre Krimiregisseur Jürgen Roland (1925-2007) holte ihn zum Fernsehen. Filme wie «Das Glück wohnt hinterm Deich», Serien wie «SK Kölsch» und «Die rote Meile» folgten.

«Bei Komödie fühle ich mich am wohlsten», resümiert Nebe. An seiner Reihe über die Freunde rund um die Inselbuchhandlung schreibt er weiter. «Es wird eine Pension dazu kommen und eine Frau will sich als Malerin ausprobieren», verrät er. Besonders genieße er auch seine Lesungen, bei denen er mit Klavier anreist und das Publikum zum Singen animiert. Und was tut er, wenn er nicht arbeitet oder für seine Familie da ist? «Dann singe ich gern im HafenCity Chor», antwortet Nebe. Das sei ein Laienchor – ganz dicht an der Elbe. 

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