Prämierter Filmemacher : Promi-Geburtstag vom 14. September 2018: Christian Petzold

Christian Petzold auf der Berlinale 2018. Heute wird der Filmemacher 58.
Christian Petzold auf der Berlinale 2018. Heute wird der Filmemacher 58.

Er gilt als einer der maßgeblichen deutschen Regisseure der Gegenwart. Ob in «Yella», «Jerichow», «Barbara» oder zuletzt in «Transit» - in seinen Werken greift der 1960 nahe Düsseldorf geborene Filmemacher gern Themen der deutschen Zeitgeschichte auf.

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14. September 2018, 00:01 Uhr

Der deutsche Regisseur und Drehbuchautor Christian Petzold muss bald Platz machen in seinem Weinkeller - sofern er denn einen hat. Am 12. Oktober will der Verlag Hoffmann und Campe ihm den Julius-Campe-Preis verleihen, und der ist nicht zuletzt mit 99 Flaschen edlen Weines dotiert.

Die Auszeichnung gelte Persönlichkeiten und Institutionen, «die sich auf herausragende Weise literaturkritische und literaturvermittelnde Verdienste erworben haben», teilte der Verlag vorab in Hamburg mit. In Petzolds Fall ist es sein jüngster Spielfilm «Transit» (2018) nach dem gleichnamigen autobiografisch geprägten Roman von Anna Seghers (1900-1983), der ihn zum Preisträger werden lässt. Der Filmemacher, der heute 58 Jahre alt wird, verlegte die Geschichte um einen jungen Deutschen, der während des Zweiten Weltkriegs vor den Nationalsozialisten nach Frankreich flieht, allerdings in die Gegenwart.

Für Petzold ist Seghers' Vorlage «eines der großen Bücher unseres Lebens», wie er Anfang des Jahres der Deutschen Presse-Agentur verriet. Für seine Verfilmung mit Franz Rogowski und Paula Beer in den Hauptrollen hat er das Schicksal von Exilsuchenden in den 40er Jahren mit der heutigen Flüchtlingssituation verwebt. Warum? «Ich finde die Rekonstruktion einer Welt, die ich nicht selber kenne, eine Anmaßung. Ich wollte, dass das Erinnerte, dass die Gespenster der Vergangenheit im Heute sind, weil ich sie dann verstehe», sagte er.

«Transit» wurde auf der 68. Berlinale im Februar als Wettbewerbsbeitrag uraufgeführt, setzte sich am Ende aber nicht gegen die Konkurrenz durch. Einen Silbernen Bären hat Petzold aber dennoch zu Hause. Er gewann ihn 2012 mit dem DDR-Drama «Barbara» für die beste Regie. Eine Lola in Silber in der Kategorie «Bester Film» gibt es obendrauf, und im selben Jahr holt sich Petzold zudem mit seinen Kollegen Dominik Graf und Christoph Hochhäusler (nach 2003 für «Toter Mann» und 2005 für «Wolfsburg») wieder einen Grimme-Preis, diesmal für die gemeinsame Krimi-Trilogie «Dreileben».

Geboren am 14. September 1960 in Hilden bei Düsseldorf, studierte Petzold Theaterwissenschaften und Germanistik in Berlin, wo er seit Anfang der 80er Jahre lebt. Spätestens 1996 wird sein Name immer bekannter, als er für den Aussteiger-Film «Cuba Libre» mit dem Förderpreis Langfilm beim Max-Ophüls-Festival bedacht wurde. Seitdem beschäftigt er sich immer wieder mit Themen der deutschen Zeitgeschichte. Grundsätzlich sind es aber besonders Figuren, die «aus der Gemeinschaft gefallen sind oder aus ihr herauskatapultiert werden», die ihn interessieren.

Doch Petzold kann auch anders: Nach je einem «Polizeiruf 110» 2015 und 2016 mit Matthias Brandt als Ermittler, hat der Regisseur, der in aller Regel die Drehbücher gleich mitliefert, im April zum dritten und letzten Mal in dieser Konstellation für die TV-Krimireihe gearbeitet. Brandt steigt aus, welche Projekte Petzold in Zukunft angeht, bleibt vorerst abzuwarten.

Christian Petzold ist mit Dokumentarfilmerin Aysun Bademsoy (58) verheiratet, mit der er einen Sohn und eine Tochter hat.

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