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Affen-Spektakel : «Planet der Affen»: Nächster Kampf Mensch gegen Primat

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Der neue «Planet der Affen» hat mehr von einer melancholischen Meditation als von gebräuchlichem Action-Kino. Famose Musik, atmosphärische Bilder und ein durchgeknallter Woody Harrelson tun ein Übriges.

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erstellt am 31.Jul.2017 | 09:09 Uhr

Kommenden Februar jährt sich der Kinostart eines legendären Films zum 50. Mal: «Planet der Affen», mit Charlton Heston in der Hauptrolle, wartete mit einer immens spannenden Frage auf: Was, wenn nicht der Mensch, sondern der Affe die am weitesten entwickelte Spezies auf Erden wäre?

Bis 1973 folgten vier Fortsetzungen, bis es im Jahr 2011 schließlich einen Neustart der Serie gab: In «Planet der Affen - Prevolution» wird die Menschheit durch ein Virus dezimiert, während sich die Primaten emanzipieren. Teil zwei erzählte 2014 von der evolutionären Weiterentwicklung der Affen und ihrem Kampf gegen eine zusammengeschrumpfte Menschheit. Jetzt kulminiert die Auseinandersetzung um die Vorherrschaft auf unserem Planeten in «Planet der Affen: Survival». Erneut schenkt der Brite Andy Serkis dem Affen-Anführer Caesar seine Mimik. Und Woody Harrelson verkörpert Caesars menschlichen Gegenspieler.

Es geht in diesem Film unter der Regie von Matt Reeves um nicht weniger als die Ungewissheit, ob sich die Erde sukzessive zu einem Planeten der Affen entwickelt oder ob sich die seit Jahrtausenden vorherrschende Menschen-Spezies doch noch einmal wird behaupten können. Die Primaten rund um Caesar, den großen Schimpansen, sind zwar grundsätzlich friedlich gestimmt - «wir sind keine Wilden», heißt es an einer Stelle. Doch die nach einer Pandemie noch lebenden Menschen sind auf Rache aus. Dazu gehört nicht zuletzt ein glatzköpfiger, von Woody Harrelson gespielter, im Film mit keinem Namen bedachter Colonel, der sich in einer burgartigen Festung verschanzt hält.

Caesars Friedenswille indes wird auf eine harte Probe gestellt, als er eines seiner geliebten Kinder verliert. Der Anführer der Affen muss sich entscheiden: Führt er den Aufbau einer friedlichen Affen-Gesellschaft (längst kann sich ein Gutteil der Primaten verbal verständigen, verfügen die Affen über menschenähnliche Kulturtechniken) fort oder gibt er sich seinem Ärger hin?

Wie bereits in den Vorgänger-Werken von 2011 und 2014 sind es auch diesmal die per Computertechnik ins Leben gerufenen Menschenaffen, die den Zuschauer mit ihrer realistischen Anmutung ein ums andere Mal betören. Da haben es die menschlichen Darsteller ungleich schwerer. Ohnehin ist es diesmal nur ein Schauspieler, der nachhaltig beeindruckt: Woody Harrelsons zwischen Verzweiflung und Wahnsinn, Brutalität und Trauer (um seinen toten Sohn) changierender Colonel führt uns vor Augen, warum der zweifach für einen Oscar nominierte 56 Jahre alte gebürtige Texaner weiterhin zu den Top-Darstellern Hollywoods gehört. Sein Spiel in diesem Film lässt zudem immer wieder an einen Klassiker der Kinogeschichte denken: Francis Ford Coppolas Kriegsdrama «Apocalypse Now».

Überhaupt scheint diese Forterzählung des «Planet der Affen» von amerikanischen Kriegsfilmen a là «Platoon» inspiriert zu sein. Nicht zuletzt die ungemein stimmungsvolle, fast unheimlich zu nennende Eröffnungssequenz in einem düsteren Waldstück könnte auch einem Kinowerk zum Vietnamkrieg entspringen.

Zwar geht's auch im dritten Teil der Saga beim Kampf Mensch gegen Primat teils gehörig zur Sache. Doch handelt es sich bei «Planet der Affen: Survival» um kein handelsübliches Action-Spektakel. Dafür ist die Grundstimmung zu elegisch, ja fast nachdenklich. Im Gedächtnis bleiben denn auch weniger die kämpferischen Auseinandersetzungen als manch wunderbar erzählte, unerwartet versöhnliche Begegnung zwischen Mensch und Tier. Zum Gelingen des Films trägt indes auch die famose, der schwerblütigen Stimmung zuträgliche Musik von Komponist Michael Giacchino bei. Dieser erhielt 2010 einen Oscar für seine Musik zum Film «Up».

Dass es dem stark fotografierten 140-Minüter, der in 3D in die Kinos kommt, nicht gelingt aus dem Gegensatz Mensch - Affe derart viel an Kapital zu schlagen wie seine Vorgänger, muss als kleines Manko notiert werden. Der hoch atmosphärischen Inszenierung aber tut das keinen Abbruch. Auch die Zahlen aus den Vereinigten Staaten, wo der Film seit Mitte Juli zu sehen ist, geben den Machern recht: Hier kletterten die schlauen Affen gleich am ersten Wochenende auf die Spitzenposition der Kino-Hitparade.

Planet der Affen: Survival, USA/Kanada/Neuseeland 2017, 140 Min., FSK ab 12, von Matt Reeves, mit Andy Serkis, Woody Harrelson, Judy Geer

Planet der Affen: Survival

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