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Hans-Jürgen Kreische wird 70 : Pensionär mit Passion

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

DDR-Fußball-Ikone Hans-Jürgen Kreische wird 70. Seine Leidenschaft für den Sport hat er nicht verloren

svz.de von
erstellt am 19.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Er ist eine der Ikonen des DDR-Fußballs. BRD-Mitbesieger bei der WM 1974, Olympia-Dritter 1972, 50-maliger Auswahlspieler, viermaliger Torschützenkönig der DDR-Oberliga. Und das alles, obwohl Hans-Jürgen Kreische seine Karriere als Fußballer mit 30 Jahren beendete. Er lief sich beim Spitzenspiel seines Vereins Dynamo Dresden gegen den 1. FC Magdeburg warm, das Publikum forderte Kreische, der Trainer entschied anders. Kreische warf Coach Walter Fritzsch die Schuhe vor die Füße – das wars. „Zu der Zeit war es sicher die richtige Entscheidung“, sagt Kreische 40 Jahre später. Heute feiert er seinen 70. Geburtstag.

Kreische war so. Kreische ist so geblieben. Geradlinig, meinungsfreudig, ein impulsiver Charakter, der noch immer vom Fußball angetrieben wird. Längst im Rentenalter, späht er für seinen Herzensverein Dynamo Dresden weiter nach Talenten. „Ich mache es aber nicht hauptberuflich, sondern als sogenannter Mini-Jobber“, sagt Kreische.

Am Wochenende, aber auch mal in der Woche ist er unterwegs, vornehmlich im Nordosten der Republik in der dritten und vierten Liga. Er hält Ausschau nach Spielern, die dem Zweitligisten weiterhelfen könnten. Hinzu kommt das Nachwuchs-Scouting, Kreisches eigentliche Herzensangelegenheit. „Ich hatte das Ziel, mit meinem Studium als Diplom-Sportlehrer Richtung Fußball zu gehen und im Nachwuchs zu arbeiten“, erzählt Kreische: „Das habe ich umgesetzt und ich bereue es nicht. Das war, ist und bleibt meine Passion.“ Er will Spieler entdecken, fördern, weiterbringen. Kreische betrieb auch schon eine eigene Fußballschule in seinem Heimatort Weißig bei Dresden. Er arbeitete als Scout beim Hamburger SV und für RB Leipzig. Dort half er ab 2010 beim Aufbau der Abteilung, bis 2014 arbeitete er für den Club, der für viele Dresdner eher ein Hassobjekt ist.

Die besten Vereine Europas gegeneinander – Kreische kennt das. „Mit dem damaligen ,Fußballer des Jahres‘ Kreische brachte Dynamo Dresden im ersten innerdeutschen Duell der Fußball-Meister im Herbst 1973 den FC Bayern München an den Rand des Ausscheidens“, heißt es auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes. Es war das Achtelfinale im Europapokal der Landesmeister. Das Hinspiel in München verlor Dynamo mit 3:4, das Rückspiel endete 3:3. Bayern war weiter und gewann den Cup, Dresden war raus. Allerdings stand Kreische nicht auf dem Platz, er hatte sich zuvor in einem WM-Qualifikationsspiel verletzt. In der Landesmeister-runde zuvor war er dabei und gegen keinen Geringeren als Juventus Turin erzielte er beim 2:0-Sieg das erste Tor. In Turin reichte Dresden eine 2:3-Niederlage zum Weiterkommen. Diese Zeiten sind längst vorbei.

Seinen 70. will Kreische heute nur mit seiner Frau, morgen bei einer Herrenrunde und am Wochenende bei einer kleinen Feier mit der Familie versuchen „runterzuspielen“.

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