André Rieu : Ohne seine Couch geht nichts

„Walzerkönig“ André Rieu, so wie man ihn kennt.
„Walzerkönig“ André Rieu, so wie man ihn kennt.

Violinist André Rieu erzählt im Interview von seiner Tournee und warum sein rotes Sofa nicht fehlen darf

svz.de von
31. Januar 2018, 11:55 Uhr

André Rieu ist der Geiger der Superlative. Jährlich eine Million Konzertbesucher machen den 68-jährigen Niederländer zum erfolgreichsten Violinisten der Welt. Olaf Neumann hatte Gelegenheit, mit André Rieu über Tour-Rituale, seine Stradivari und den Grund seines Erfolgs zu sprechen.

Herr Rieu, was darf auf einer Tournee nicht fehlen?
André Rieu: Meine rote Couch! Auf Tour haben wir einen Rhythmus: Um halb vier kommen wir im Saal an, um einen Soundcheck zu machen. Anschließend ziehe ich mich zurück und schlafe auf meiner Couch. Ohne sie würde ich nicht auf Tour gehen. Gekauft habe ich sie in Münster. Wir haben alles, was man auf unserer Bühne sieht, viermal. Deswegen habe ich vier Exemplare dieser Couch. Wir nehmen auch immer dieselben deutschen Köche mit auf Tour. Das ist fast wie zuhause.

Was ist auf Ihrer Bühne verboten?
Auf meiner Bühne ist es streng verboten, nicht mit hundertprozentigem Einsatz zu spielen. Aber das kommt eigentlich nicht vor. Meine Musiker wissen, dass ich nicht ausstehen kann, wenn jemand nicht mit ganzem Einsatz dabei ist.

Woraus achten Sie, wenn Sie neue Musiker für Ihr Orchester suchen?
Erst einmal kommen in meinem Orchester kaum Wechsel vor, weil alle bleiben wollen. Es ist nämlich ein Traumjob, bei mir zu spielen. Ich bin stolz, das sagen zu können. Es macht sehr viel Spaß, mit diesen Musikern unterwegs zu sein. Wenn dann aber mal ein Wechsel ist, dann achte ich besonders darauf, dass der- oder diejenige voll mit ganzem Herzen dabei ist. Denn dann hat jemand die Chance, bei mir zu überleben.

Sie spielen auf einer Stradivari von 1732. Haben Sie jemanden, der sich ausschließlich um dieses wertvolle Instrument kümmert?
Ja. Der weltberühmte Cellist Yo-Yo Ma hat sein Stradivari-Cello mal in einem Taxi in New York vergessen. Glücklicherweise war der Taxifahrer so ehrlich, ihm das Instrument zurückzubringen. Unterwegs gibt es viele Momente, in denen ich meine Geige nicht nah bei mir habe. Ich will dann aber nicht, dass sie irgendwo herumliegt. Solch ein Instrument ist nicht nur viel Geld wert, es hat auch einen ideellen und emotionalen Wert. Ich möchte, dass auch die nächste Generation noch auf ihm spielen kann.

Wenn Sie zuhause an etwas arbeiten, hören Sie dann klassische Musik?
Zuhause höre ich überhaupt keine Musik. Meine Frau sagt, ich sei wie vier Lipizzaner-Hengste. Entweder ich renne oder ich schlafe. Ich entspanne mich eigentlich nie. Aber wenn ich es dann doch einmal tue, dann schlafe ich.

Was haben Sie sich für Ihre Tournee überlegt?
Man darf sich freuen auf einen unvergesslichen Abend. Mit viel Spaß, Tränen, Tanz und Gesang. Normalerweise schaut man bei einem klassischen Konzert vorher ins Programm, welches Orchester, welcher Dirigent und welche Solisten auftreten. In meinem Fall aber wissen die Leute nur, André kommt mit seinem Orchester. Ja, da müssen wir hin!



 

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