Letztes Album von Deep Purple : Musik für die Ewigkeit

Sänger Ian Gillan (r.) und Bassist Roger Glover von Deep Purple
Sänger Ian Gillan (r.) und Bassist Roger Glover von Deep Purple

Fast 50 Jahre Rock-Geschichte: Deep Purple nimmt langsam Abschied und legt ein letztes Album vor

svz.de von
06. April 2017, 12:00 Uhr

Die Farbe der Unendlichkeit ist tief-purpurn, oder einfach: Deep Purple. Ihr neues Album „infinite“, das morgen erscheint, lädt zum Rätseln über die Bedeutung ein – unendlich oder am Ende? „Aber ehrlich, jeder darf in den Titel hineininterpretieren, was er will“, sagt Drummer Ian Paice. Möglich sei auch, nur den Begriff „finite“ auszukoppeln, einfach „das Ende“, zumal es vermutlich das allerletzte Album der Hard-Rock-Band sein dürfte.

Mit ihren Klängen knüpft die Platte an die Purple-Tradition an, verspielte Gitarren-Riffs, Spielereien auf dem Keyboard, solides Handwerk der Rhythmus-Abteilung und die unverkennbare Stimme von Ian Gillan. Gibt es etwas Hit-Verdächtiges? „Keine Ahnung, aber wir haben ein gutes Gefühl dabei“, sagt Bassist Roger Glover. „Time for Bedlam“ (Zeit für das Durcheinander) - eine Anspielung auf das Leben nach Deep Purple, die mit ihrer diesjährigen „Long Goodbye Tour“ Abschied nehmen wollen nach fast 50 Jahren unermüdlicher Kreativität? „Nein, keine Anspielung, nur ein Titel“, erläutern Paice und Glover. Der Song ist Hit-verdächtig, ein typisches Purple-Produkt mit klassischen Elementen und einem Novum: Gillan nutzt erstmals Voice-Tuning.

Als Krönung des Albums gilt ein absolutes Novum in fast 50 Jahren Band-Geschichte – ein Blues. Ob „Roadhouse Blues“ einfach nur ein Gruß mit „Wir können das auch“ an die Rolling Stones ist, die erst vor wenigen Monaten mit „Blue&Lonesome“ überraschten, mag offen bleiben. Zumindest aber war es für Gillan kein Neuland, da er erst 2009 mit seinem Solo-Album „One Eye to Morocco“ mit dem ungewohnten Genre geliebäugelt hatte. Auf jeden Fall - ein Blues zum Abschied, mit dem die Band ihr Lebenswerk wohl abrunden will. Der Stolz auf ihr neues Album ist bei Paice und Glover nicht zu überhören. „Wir sind schließlich eine Album-Band, die Fans erwarten das von uns“, sagt Glover. Wie lange dauerte die Entstehung dieses Albums? „Das kann man so genau nicht sagen“, sagt Paice. Wichtig sei, dass man es als Band immer zusammen machen müsse. „Denn wenn dann etwas Magisches passiert, dann machen wir es zusammen, als Band.“ Und die Magie haben sie alle noch – zusammengetragen auf „infinite“.

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