Quotengarant : Mürrische «Kommissarin Lucas» machte Ulrike Kriener populär

Ulrike Kriener fühlt sich nicht festgelegt auf die Rolle der «Kommissarin Lucas».
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Ulrike Kriener fühlt sich nicht festgelegt auf die Rolle der «Kommissarin Lucas».

«Kommissarin Lucas» im ZDF lockt regelmäßig mehrere Millionen Zuschauer vor die Bildschirme. Schauspielerin Ulrike Kriener schlüpft seit 15 Jahren in die Rolle der meist etwas mürrischen Ermittlerin - ein Ende der erfolgreichen Reihe ist nicht in Sicht.

svz.de von
08. September 2017, 22:00 Uhr

Seit 15 Jahren ermittelt «Kommissarin Lucas» im ZDF. Die Regensburger Kriminalfälle spielen meist in herbstlich-düsterer Atmosphäre. Ähnlich düster ist oftmals die Laune der Kommissarin, die ruppig ihre Kollegen anherrscht.

Am Samstag (9. September) um 20.15 Uhr ist der 26. Fall zu sehen. Hauptdarstellerin Ulrike Kriener erzählt der Deutschen Presse-Agentur im Interview, wie es mit der Reihe weitergeht und welche Projekte sie außerdem verfolgt.

Frage: Es ist der 26. Fall der «Kommissarin Lucas». Er sticht heraus, durch die Geschichte mit dem behinderten Jungen.

Antwort: Finde ich auch. Es ist noch mehr das erreicht worden, wofür uns allen im Team das Herz schlägt. Nämlich, dass es ein thematischer Krimi ist, dass ein anderes Thema mitläuft - außer dem, dass jemand umgebracht wird und der Mörder gefasst werden muss. Uns geht es in dem Film um Variationen zum Thema Außenseitertum.

Frage: Wie geht es mit der Reihe weiter?

Antwort: Wir drehen jetzt wieder bis knapp vor Weihnachten zwei Folgen. Es wieder spannende Bücher, die finde ich wirklich toll. Ich freue mich, dass es weitergeht.

Frage: Ist Regensburg für Sie schon wie eine zweite Heimat geworden?

Antwort: Wir drehen in Regensburg für die «Kommissarin Lucas» letztendlich gar nicht so lange. Das sieht im Film so aus. Aber wir sind nur bei den Außendreharbeiten dort. Das heißt, bei zwei Folgen sind wir zehn bis zwölf Tage in Regensburg. Der Rest wird in München gedreht, das Polizeirevier, die Innendrehs. Das würden sonst Reisekosten und Spesen für das Team anfallen, das wäre viel zu teuer.

Frage: Wohin ist denn die Schwester der Kommissarin verschwunden? Ist sie dauerhaft nicht mehr dabei?

Antwort: Schwierig zu sagen. Fakt ist, dass es eine Vereinbarung gibt, dass Anke (Engelke) nicht offiziell ausgestiegen ist, sondern: Wenn wir eine Folge haben, in der die Schwester eine ganz klare Geschichte hat und nicht nur in zwei oder drei kleinen Szenen dabei ist, dann spielt sie mit. Aber sonst ist ihr das zu unbefriedigend. Das kann ich auch verstehen.

Frage: Sie haben gerade andere Dreharbeiten abgeschlossen. Das heißt, Ihnen bleibt genug Zeit für weitere Projekte?

Antwort: Ich hatte letzte Woche meinen letzten Drehtag für ein anderes Projekt. «Bier Royal» heißt die Geschichte und ist eine sehr witzige und amüsante zweiteilige Komödie über die Bier-Dynastien in München. Da spielen auch Gisela Schneeberger und Lisa Marie Potthoff Hauptrollen.

Frage: Sie halten auch Lesungen. Ist das ein Hobby, das Sie sich nebenher erhalten?

Antwort: Das mache ich sehr gerne. Ich komme ja vom Theater und beim Film sind die Texte - flapsig gesagt - doch oft etwas unterbelichtet, weil sie an eine emotionale Situation angepasst sind. Bei Lesungen kann man sich wirklich auf sprachliche Kunst und auf Texte konzentrieren. Zudem sind das die Momente, wo ich mit Publikum zusammentreffe. Dann hat sich das im letzten Jahr auch ergeben, dass ich mit meinem Mann zusammen lese, was auch ein besonderer Spaß ist. Sich ins Auto zu setzen, durch Deutschland zu kutschieren und dann irgendwo anzukommen und gemeinsam so einen Abend zu gestalten.

Frage: Sie fühlen sich als Kommissarin also gar nicht in einer Schublade?

Antwort: Nein. Die Kommissarin hat mir, was wirklich toll ist, viel Popularität gegeben im Laufe der 15 Jahre. Das wiederum ermöglicht einem andere Dinge. Mit dieser etwas raubeinigen, moralischen und nicht sehr humorvollen Kommissarin wird ein großer Teil abgedeckt und bei anderen Projekten kommt etwas zum Tragen, was bei mir mit meinem Humor und mit meiner Lust an der Komödie zu tun hat. Ich habe auch noch einen anderen Krimi-Zweiteiler gedreht. Insofern: Nein, ich habe gerade in diesem Jahr überhaupt nicht den Eindruck in einer Schublade zu sitzen, sondern ganz munter in allen Schubladen herumspringen zu können.

ZUR PERSON: Ulrike Kriener wurde 1954 in Bottrop geboren. Ihre Schauspielausbildung absolvierte sie in Hamburg. Seit Ende der 70er Jahre steht sie auf der Bühne und vor der Kamera. Einem breiten Publikum wurde sie 1985 mit der Komödie «Männer» von Doris Dörrie bekannt. Für ihre Rolle in «Der Hammermörder» erhielt sie 1991 den Adolf-Grimme-Preis in Silber. Seit 2003 ist sie als «Kommissarin Lucas» zu sehen. Kriener lebt in München.

Website Ulrike Kriener

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