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Steinbergkirche : Mit Video: Dieser Polizist rettete einem Säugling das Leben

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Ein nur sechs Tage altes Baby hört auf zu atmen. Ein Polizist wird telefonisch bei der Wiederbelebung angeleitet.

svz.de von
erstellt am 11.Jan.2017 | 16:09 Uhr

Steinbergkirche | Dramatische Rettungsaktion in Steinbergkirche (Kreis Schleswig-Flensburg) am Dienstagabend: In nur 20 Minuten wurde der Steinbergkircher Polizist Matthias Thye zum Lebensretter. Er reanimierte einen erst sechs Tage alten Säugling einer irakischen Flüchtlingsfamilie, der nicht mehr atmete. Der Vater hatte das Baby gebadet, dabei verschluckte es sich und hörte auf zu atmen.

„Es war gegen 18.20 Uhr. Das weiß ich so genau, weil ich gerade auf die Uhr geblickt hatte“, sagt der 49-Jährige. Er war dabei, den Dienstwagen in die Garage zu fahren, als es an der Beifahrertür klopfte. „Den Mann kannte ich schon vom Sehen. Er wohnt mit seiner Frau und den Kindern gleich neben der Polizeistation. So hektisch hatte ich ihn jedoch noch nicht erlebt“, sagt Thye. Ihm sei daher schnell klar gewesen, dass etwas nicht stimmte. Doch der Iraker konnte sich in seiner Not nicht verständigen. „Plötzlich hatte ich ein Handy in der Hand, am Apparat war ein Disponent der Rettungsleitstelle.“ Der Iraker hatte zwar die Notrufnummer 112 gewählt, doch auch der Kollege in Harrislee wusste nicht, worum es ging. Daher verständigten sich die beiden Männer darauf, dass Thye in die Wohnung geht, um nach dem Rechten zu schauen.

„Das Weinen und Jammern der Frau war wirklich schlimm, als ich die Wohnung betreten habe“, erzählt der Polizist. Die Mutter habe ihren Säugling fest im Arm gehabt und sei immer wieder auf und ab gelaufen. Zunächst wollte sie den kleinen Jungen gar nicht aus der Hand geben. Schnell konnte Matthias Thye aber dann doch ihr Vertrauen gewinnen. Mithilfe des Kollegen der Leitstelle am Telefon untersuchte er das Neugeborene. „Ich konnte keine Atmung feststellen. Der Brustkorb hob und senkte sich nicht mehr“, beschreibt er die dramatische Situation, in der er schnell handeln musste.

Matthias Thye absolviert zwar regelmäßig als Polizist Erste-Hilfe-Kurse, doch die Anwendung der Maßnahmen an einem Baby war auch für ihn eine Premiere. „Der Mitarbeiter der Leitstelle hat mir Schritt für Schritt erklärt, was ich tun muss.“ Nachgedacht habe er dabei nicht. „Ich habe in diesem Moment nur funktioniert und die Anweisungen befolgt.“ Dabei habe ihm sehr geholfen, dass der Mann am anderen Ende der Leitung Ruhe ausgestrahlt hat. Zunächst sollte Thye den kleinen Jungen ganz vorsichtig durch Mund und Nase beatmen. Schon nach der ersten Atemspende sei Leben in das Baby zurückgekehrt. „Es hat angefangen, sich zu bewegen.“ Diese positive Reaktion bekommt auch der Mann am Telefon mit. Er weist Thye dazu an, die gleiche Form der Beatmung noch fünfmal durchzuführen. „Mit jedem Atemzug ging es dem Kleinen besser. Er wurde richtig agil“ – ein emotionaler Moment für alle Anwesenden. „Plötzlich stand dann auch schon der Rettungssanitäter im Raum“, erzählt Thye. Den hatte der Disponent der Leitstelle während der Aktion angefordert.

Der kleine Junge wurde sofort in die Flensburger Diako gebracht, wo er erst einmal zur Beobachtung bleiben muss. Matthias Thye war nach 20 Minuten wieder in der Polizeistation. Mit den Eltern konnte er seitdem noch nicht wieder reden. Sie sind bei ihrem Kind im Krankenhaus. Sein Eingreifen ist für den Polizist selbstverständlich: „Ich habe im richtigen Moment einfach nur funktioniert. Ich habe aber nur meine Arbeit gemacht“, betont er. Sein Dank geht an den Disponenten der Leitstelle: „Er hat mir die ganze Zeit den Rücken gestärkt und gesagt, was ich tun soll. Das war eine sehr gute Zusammenarbeit.“

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