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Andrea Berg und Beatrice Egli : Mit 50 noch Minirock

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Deutschlands Schlagerqueen Andrea Berg hat fast die Hälfte ihres Lebens im Musikbusiness verbracht, mehr als ein Dutzend Alben veröffentlicht. Berg ist ein Routinier, doch Routine mag die 50-Jährige nicht. „Ich versuche, mein persönliches Seelenbeben jeden Tag ins Gleichgewicht zu bringen und kaum habe ich es gefunden, wird mir die Routine zu langweilig“, sagt sie. Mit der Wortschöpfung „Seelenbeben“ hat sie deshalb auch ihr neues Album, das am Freitag erscheint, betitelt. Und dennoch: Das Werk bietet wenig Überraschendes, sondern übermäßig routinierten Schlager. Das Gewohnte eben.

Die Texte spiegeln wider, was „Seelenbeben“ für Berg bedeutet: Unerfüllte Liebe, Leidenschaft, Sehnsucht und unendliches Glück – Themen wie für das Schlagergeschäft gemacht. „Ich will brennen, mich und das Leben spüren. Ich will geliebt werden, nicht verändert oder gezähmt“, kommentiert Berg euphorisch. Die Plattenfirma spricht enthusiastisch von Bergs „vielleicht persönlichstem“ Album.

Deutlich hörbar sind aber auch die Einflüsse der beiden Produzenten Dieter Bohlen und René Baumann alias DJ BoBo. Die Vorab-Single „Diese Nacht ist jede Sünde wert“ etwa ist ein klassischer Song aus der Hitschmiede des Pop-Titanen Bohlen, der sich als Produzent für Semino Rossi, Beatrice Egli und eben Berg seit einiger Zeit wieder vermehrt im Schlager engagiert: Rhythmische Beats gepaart mit Synthesizern und der klaren, femininen Stimme von Berg sind deutlich herauszuhören.

Auf mehr als 900 Wochen, das sind mehr als 17 Jahre, taxiert ihre Plattenfirma die Zeit, in der die gebürtige Krefelderin schon in den offiziellen Album-Hitlisten gestanden hat. „Du hast mich tausendmal belogen“ soll die meistgekaufte Schlager-Single in den Download-Shops sein. Dazu kommen seit Bergs erster Single im Jahr 1992 gut 100 Gold- und Platinauszeichnungen, sechs Echos, Goldene Hennen, Goldene Stimmgabeln und etliche weitere Preise.

Die rotmähnige Berg pflegt das Image der nahbaren und herzlichen Nachbarin von nebenan. Dafür lieben sie ihre zahlreichen Fans. Und für ihren Style. Das Tragen von Miniröcken werde sie sich auch mit 50 nicht verbieten lassen, sagte sie kürzlich dem Magazin „Bunte“. Wie zum Beweis präsentiert sie sich auch auf dem „Seelenbeben“-Cover in einem besonders tief und hoch ausgeschnittenen, rassig-roten Walle-Kleid. Alles wie immer also.

 

Durchstarten nach Auszeit

Die Nervosität ist verflogen, sie lähmt nicht mehr. Sie treibt an. Denn Beatrice Egli hat eine neue Inspirationsquelle: sich selbst. „Die Nervosität gibt mir auch den Kick und sie pusht mich.“ Die Erfahrungen der vergangenen drei Jahre, ständig auf Tour, ständig unterwegs, kaum Zeit für sich selbst, habe sie ziemlich ausgelaugt, erzählt die 27-Jährige. Sie habe einen Monat lang eine Auszeit genommen, ist durch Südafrika gereist – auch diese Momente gaben ihr Aufwind für ein neues Album. „Um auch den Kick zu bekommen, braucht es auch mal eine Zeit, in der man nichts macht“, sagt Egli. Am Freitag veröffentlicht die Sängerin bereits ihr viertes Album – „Kick im Augenblick“.

Seit ihrem Sieg bei der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ vor drei Jahren habe sich in ihrem Leben beinahe alles verändert. Zu Beginn noch belächelt, ist sie heute fast ein Profi, im Texten, Singen und bei ihren Auftritten.

„Ich hab Sicherheit bekommen, hab viele Erfahrungen gemacht – ich bin noch mehr Musikerin geworden, ich liebe es live zu spielen und unterwegs zu sein mit meiner Band.“ Ständig lachend sprang die gelernte Friseurin damals bei TV-Beiträgen durch ihren Schweizer Heimatort Pfäffikon im Kanton Schwyz. Heute hat sie die Berge hinter sich gelassen, nur noch selten hat die 27-Jährige Zeit, ihre Familie zu besuchen. Tourtermine, Fernsehauftritte und Konzerte dominierten ihren Alltag. Bereits im Oktober sollen die Fans bei ihrer nächsten Tour die neuen Lieder mitsingen können.

Aus diesem Trubel heraus ist auch ihr viertes Album „Kick im Augenblick“ entstanden. „Sehr viel unterwegs zu sein, heißt auch viele Menschen zu treffen und viele Geschichten zu hören“, resümiert die Sängerin. Auf dem Flug nach Zürich ist auch einer der Headliner ihres neuen Albums entstanden: „Fliegen“. 1,5 Stunden Flugzeit brachten das poppige Lied heraus, das Sehnsucht, die Lebensfreude und – natürlich – die Liebe besingt.

„Liebe ist ein Thema, das jede Generation verbindet und jeder hat seine Geschichte – meistens auch mehr als eine.“ Bei den 19 Egli-Tracks plätschern die Themen dahin – Schmusereien, Schwärmereien und Liebeleien. Knackig wird es hingegen im titelgebenden Lied „Kick im Augenblick“. Egli selbst wird sogar nach eigenen Angaben täglich von den Klängen des Pop-Liedes geweckt.

 

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