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Kesslers Parodie-Show : Mensch hinter der Medien-Maske

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Michael Kessler präsentiert neue Folgen der ZDF-Reihe „Kessler ist...“. Erster Gast ist Gregor Gysi

svz.de von
erstellt am 18.Jul.2016 | 08:00 Uhr

Mit der TV-Persiflage „Switch“ wurde Michael Kessler dem großen Fernsehpublikum bekannt. Von 1999 bis ins Jahr 2000 parodierte er prominente Personen wie Peter Kloeppel oder Andreas Türck. Danach gehörte er zum Team der „Wochenshow“. Seine Laufbahn als Komiker wurde gekrönt mit „Switch reloaded“, wo er als Volksmusiker Florian Silbereisen und als Fernsehkoch Horst Lichter über die Bühne geisterte.

Im Jahre 2014 startete der diplomierte Schauspieler, der im Juni gerade seinen 50. Geburtstag feierte, mit der Sendung „Kessler ist…“ zunächst bei ZDF neo eine Reihe, in der er einen Prominenten imitiert. Zum Schluss trifft er diese Person und wird von ihr interviewt.

Am 21. Juli beginnt nun die dritte Staffel (um 23.15 Uhr im ZDF) mit vier neuen Folgen. Zum Auftakt gibt es die unterhaltsame Begegnung mit Gregor Gysi. Für Kessler ist der Mensch hinter der Medien-Maske interessant. Er stellt sich dem Experiment in seiner eigenen, ganz unaufdringlichen Art.

Der Zuschauer erlebt den Künstler nicht in seiner parodistischen Paraderolle, sondern folgt ihm bei seiner ehrlichen Annäherung. Wer verbirgt sich hinter der berühmten öffentlichen Figur? Glaubt er an das Image, das er sich über Jahre aufgebaut hat? Auch in der dritten Staffel lassen sich die prominenten Gäste auf diese außergewöhnliche Konfrontation mit sich selbst ein.

Denn wenn sich Michael Kessler auch optisch in den Gast verwandelt hat, gipfelt diese Spurensuche im wahrscheinlich aufrichtigsten Interview seines Lebens. Nach dem Treffen mit Gregor Gysi werden Dunja Hayali (am 28. Juli), Hugo Egon Balder (am 18. August) und Jürgen Drews (am 26. August) die weiteren Folgen bestimmen.

Kessler hat zur Vorbereitung gründlich im Leben des jeweiligen Promis recherchiert, er sichtete private Fotos und Archivmaterial, sprach mit Angehörigen und Freunden. Am Ende seiner Reise verwandelt er sich in seinen Gast – in perfekter Maske, Mimik und Gestik.

Über die Auswahl der Kandidaten sagt Michael Kessler: „Meine Neugier ist allen Menschen gegenüber gleich groß, denn meistens weiß ich ja genauso viel oder wenig über einen Gast wie der Fernsehzuschauer. Erst die Begegnungen und Gespräche machen dem Zuschauer und mir klar, in wen ich mich da am Ende verwandle. Ein Kriterium wäre sicherlich, inwieweit sich der Gast auf dieses Experiment einlässt. Aber auch das weiß ich vorher nicht.“

Über Gregor Gysi ist die öffentliche Meinung geteilt, man nennt ihn Held, Heuchler, Politclown. Der in der DDR aufgewachsene, studierte Rechtsanwalt ist die Gallionsfigur der politisch Linken seit der deutschen Wiedervereinigung.

Michael Kessler besucht den charismatischen Redner im Bundestag und begibt sich mit Gysis Schwester Gabriele und seiner Schulfreundin Barbara auf eine Reise in die Biografie des Vollblutpolitikers, der eigentlich nie einer werden wollte.

Kessler schlüpft in seine Haut und gibt eine perfekte Verwandlung. „Ich bin gelernter Schauspieler und bin durch meine vielen Parodien über Jahre geschult, genau zu beobachten und mir mit meinem Handwerk eine real existierende Figur drauf zu schaffen. Es ist ein langer Prozess, die Prominenten begleiten mich über mehrere Wochen. Einfach abgucken reicht da nicht.“

Es ist ein spannendes Abenteuer, zu versuchen, wie Gysi zu agieren. Die erste Reaktion des Gastes auf sein Spiegelbild ist ein ganz besonderer Moment. Denn zur Vorbereitung haben sich die Maskenbildner viel Mühe gegeben. „Wir führen im Vorfeld Maskentests durch. Am Tag des finalen Interviews sitze ich fast vier Stunden auf dem Maskenstuhl. Um die Maske wieder loszuwerden, bedarf es dann einer weiteren Stunde. Und dann brauchen ich und meine Haut erstmal viel Ruhe.“

Aber der Aufwand lohnt sich. Das Vergnügen, den Promi in der Enthüllung zu sehen, ist für den Zuschauer unterhaltsam und lehrreich zu gleich. Denn er erlebt ein wenig vom wirklichen Menschen hinter der öffentlichen Wahrnehmung.

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