Ronnie Biggs gestorben : Lotterleben nach großem Postraub

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Ronnie Biggs stirbt mit 84 Jahren / Obwohl nur Mitläufer, schlachtete er den Coup aus und narrte die Justiz

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19. Dezember 2013, 00:34 Uhr

Großbritanniens berühmtester Räuber, Ronnie Biggs, ist tot. Der Drahtzieher des spektakulärsten Postzugraubes der Kriminalitätsgeschichte starb gestern im Alter von 84 Jahren in einem Altenheim. Biggs hatte zusammen mit mindestens 14 Komplizen 1963 einen Postzug von Glasgow nach London gestoppt und 2,6 Millionen Pfund erbeutet – ein Wert von heute rund 47 Millionen Euro.

Biggs war bei dem von seinem Komplizen Bruce Reynolds eingefädelten Coup nur ein Mitläufer. Dennoch war er der Berühmteste der Bande von Posträubern, die Kriminalgeschichte schrieben.

Nach seiner Festnahme und Inhaftierung gelang dem gelernten Zimmermann und früheren Kleinkriminellen 1965 die Flucht aus dem Gefängnis. Er setzte sich über Paris und Australien schließlich nach Brasilien ab und führte dort zum Teil ein Lotterleben. Biggs, der nach eigenen Angaben 147 000 Pfund von der Beute abbekommen hatte, verprasste das Geld nach eigenen Angaben innerhalb von drei Jahren. Während seiner mehr als 30 Jahre dauernden Flucht will er mehr als 2500 Freundinnen gehabt haben. Bilder zeigen ihn bei rauschenden Partys. Mit den Sex Pistols und den Toten Hosen nahm er Musikstücke auf, er schrieb am Drehbuch für eine Verfilmung seines Lebens mit.

2001 kehrte der inzwischen gesundheitlich stark angeschlagene Biggs nach Großbritannien zurück – und wurde erneut inhaftiert. 2009 kam er aus gesundheitlichen Gründen frei. Biggs war immer stolz, am Überfall auf den Postzug beteiligt gewesen zu sein. „Ich habe mein Plätzchen in der Geschichte“, sagte er im BBC-Interview.

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