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30 Jahre Dirty Dancing : Liebe, Tanz und Sommer

vom
Aus der Onlineredaktion

Vor 30 Jahren kam der Film „Dirty Dancing“ ins Kino. Fans schwärmen noch heute

svz.de von
erstellt am 16.Aug.2017 | 21:00 Uhr

„Dirty Dancing“ war vor 30 Jahren ein Überraschungserfolg an den Kinokassen. Die Kritiker sprachen von einer seichten, biederen Story, in der die 17-jährige Frances „Baby“ Houseman (Jennifer Grey) sich in „Bad Boy“ sexy Tanzlehrer Johnny Castle verliebt, gespielt vom 2009 gestorbenen Patrick Swayze. Doch die Zuschauer dachten anders: Der für mickrige sechs Millionen Dollar produzierte Spielfilm hat bereits im ersten Jahr 170 Millionen Dollar eingespielt und wurde Kult.

Am 17. August 1987 war Premiere in New York, wenig später kam der Film in die westdeutschen und dann auch in die DDR-Kinos. Der Titelsong „Time of My Life“ erhielt 1988 einen Oscar als bester Filmsong. Mambo-Tanzkurse boomten. Es folgte ab 2004 ein Musical, das auch in Deutschland zu sehen ist. Der US-Fernseh-Sender ABC strahlte in diesem Frühjahr ein Remake aus. Auf einer Webseite (http://dirty-dancing-analysis.blogspot.com) machen sich Akademiker und Fans noch heute Gedanken über das Drehbuch von Eleanor Bergstein.

Die Autorin, die in den Film eigene Erlebnisse einfließen ließ, wurde kürzlich im NBC-Fernsehen gefragt, warum „Dirty Dancing“ noch immer so beliebt sei. Weil er eine Liebesgeschichte sei, antwortete Bergstein, und weil die „moralischen, politischen und ethischen Dinge im Film in den Herzen der Menschen bleiben“.

Denn bei genauem Hinsehen geht es nicht nur um Tanz und eine Ferienliebe, sondern auch um einen gesellschaftlich vielschichtigen Hintergrund. Es ist Sommer 1963. Familienoberhaupt Jake Houseman (Jerry Orbach), Ehefrau Marjorie (Kelly Bishop) und die Töchter Lisa (Jane Brucker) und Baby, die – wie sie im Film sagt – nichts dagegen hat, dass man sie Baby nenne, verbringen den Urlaub in einem Resort in den Catskills Bergen nördlich von New York City. Dort verliebt sich Baby in Tanzlehrer Johnny. Doch der Graben ist tief und letztendlich zu tief: Frances kommt aus einem wohlhabenden und liberal eingestellten jüdischen Elternhaus. Sie geht demnächst an eine Eliteuniversität, um Wirtschaftsfragen in Entwicklungsländern zu studieren, will etwas verändern in der Welt. Auf Johnny wartet eine Zukunft als Anstreicher. Er verdient im Sommer Geld als Tanzlehrer – und von Frauen mittleren Alters, die mehr wollen als Tanzstunden.

Bei Partys der Resort-Arbeiter wird nicht der zahme Foxtrott getanzt, sondern „Wildes“ wie der neu in Mode gekommene Mambo: Erotik, Körperkontakt, Schweiß – im Amerika Anfang der 60er ist es „dirty dancing“, schmutziges Tanzen. Baby ist schockiert, kann aber nicht widerstehen.

Ihre Welt kommt durcheinander. Ihre vermeintlich toleranten Eltern hegen Vorurteile gegen Leute wie Johnny. Aber als dessen Tanzpartnerin beinahe an den Folgen einer illegalen Abtreibung stirbt, kümmert sich Babys Vater, ein Arzt, um sie.

Johnny und Baby werden sich wohl nie mehr sehen, muss man am Ende des Films annehmen. Die Housemans kehrten nach New York zurück.

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