Late Night Berlin : Klaas Heufer-Umlauf will Grönemeyer in der Show haben

Klaas Heufer-Umlauf dreht eine zweite Runde.
Klaas Heufer-Umlauf dreht eine zweite Runde.

Die Sommerpause ist vorbei. Klaas Heufer-Umlauf steckt mitten in den Vorbereitungen auf seine nächste «Late Night Berlin»-Show. Am Montag geht es wieder los.

svz.de von
14. September 2018, 13:36 Uhr

Klaas Heufer-Umlauf bekommt in der zweiten Staffel seiner Late-Night-Show im Oktober ein paar zusätzliche Sendetermine. Wenn es nach ihm ginge, könnte es ruhig noch mehr davon geben.

«Das liegt vielleicht auch im Wesen eines Fernseh-Heinis, dass man am liebsten möglichst oft im Fernsehen wäre», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Als Gast würde er Herbert Grönemeyer gerne mal bei sich haben. Und auch Joko Winterscheidt hat kein Hausverbot.

Frage: Mal ein Blick zurück auf die Show vor der Sommerpause: Gab es etwas, das Ihnen nicht gefallen hat?

Antwort: Da gab es bessere und schlechtere Wochen. Das kenne ich aber auch von anderen Sachen, die ich mal angefangen habe. Ich brauche immer etwas Zeit, unabhängig von äußeren Einflüssen, ob das nun positiv oder negativ ist. Aber auf Leitung zwei ist dann das eigene Gefühl. Klar muss auch ich mich erst an ein neues Studio gewöhnen. Aber irgendwann weiß ich, ach da steht die Kamera, hier muss ich stehen, und wenn ich so mache, habe ich Schatten im Gesicht.

Frage: Wie war der Start als Late-Night-Gastgeber?

Antwort: Da es ja kaum eine etablierte Late-Night-Kultur in Deutschland gibt, ist es nicht ganz einfach gewesen. Man kennt immer nur die Best-of-Clips aus den amerikanischen Talkshows, die durchs Internet geistern. Da sieht man aber nur zusammengeschobene Highlights für zehn Minuten - und das sind dann natürlich weltweite Hits. In den USA wird eine Late-Night-Show ja zum Teil einfach übergeben. Da macht's halt der Nächste, und die Marke bleibt bestehen.

Frage: War die Rolle als Late-Night-Gastgeber schwerer als gedacht?

Antwort: Nicht schwerer als gedacht. Ich wusste ja, worauf ich mich einlasse und dass ich in aller Öffentlichkeit meinen Platz finden muss. Das braucht Zeit. Es ist ja nicht so, dass wir den Rest der Zeit, in der wir nicht «Late Night Berlin» produzieren, untätig rumsitzen würden.

Frage: Nach der Sommerpause soll es ab Mitte Oktober donnerstags zusätzlich viermal eine Show geben. Warum das?

Antwort: Da gibt es unterschiedliche Motive. Mein Grund ist, dass ich jede Möglichkeit für zusätzliche Sendeplätze gerne wahrnehme, weil ich das Gefühl habe, je mehr man davon machen kann, desto besser ist das für die Entwicklung. Aber ich glaube auch, dass möglichst viele die Möglichkeit haben sollen, diese Sendung zu finden. Auch Menschen, die nicht am Montag einschalten und die nicht von Viertel nach acht bis Viertel nach elf «Big Bang Theory» gucken und dann sagen: «So, und jetzt noch ne Stunde Late Night».

Frage: Würden Sie die Show denn am liebsten noch häufiger machen?

Antwort: Das würde schon gehen.

Frage: Sie würden lieber zwei Shows pro Woche machen als eine?

Antwort: Ja, das liegt vielleicht auch im Wesen eines Fernseh-Heinis, dass man am liebsten möglichst oft im Fernsehen wäre. Und man muss ja auch kein Geheimnis daraus machen.

Frage: Aber die Anzahl der Shows einfach mal verdoppeln...

Antwort: Klar, das ist eine Herausforderung. Aber ich finde, es ist zu früh um zu sagen, es ist fertig, und das setzen wir jetzt 20 Jahre fort. Wir hätten auch «Halligalli» bestimmt noch ein paar Jahre so machen können. Aber ich finde es halt ganz gut, wenn ab und zu mal was Neues passiert. Ich habe keine Lust, mich an etwas einmal Zurechtgelegtem abzuarbeiten, sondern ab und zu mal was zu riskieren und damit auch mal gegen die Wand zu fahren.

Frage: Gab es in der Show mal Situationen, wo Sie gedacht haben, schade, dass Joko jetzt nicht dabei ist?

Antwort: Ach ja, als Freund hätte ich ihn gerne immer dabei. Und als Bruder, den ich mir nicht ausgesucht habe. Ich habe mit Joko ja auch noch viel zu tun, weil wir eine gemeinsame Firma haben. Und die Late-Night-Show ist für ihn als Produzent genauso seine Show wie meine Show. Umgekehrt hänge ich an allen seinen Shows als Produzent.

Frage: Aber in der Rolle als Late-Night-Gastgeber, haben Sie mal gedacht, jetzt wär's schöner, wenn Joko dabei wäre?

Antwort: Im ersten halben Jahr muss man das schaffen, ohne dass man den großen Bruder anruft und sagt: Du, die haben mich geärgert. Da muss man dann selber durch. Aber ich habe ihm kein Hausverbot erteilt.

Frage: Bleibt die Mischung der Themen oder gibt es zum Beispiel mehr Politik angesichts der aktuellen Entwicklungen in Chemnitz und anderswo?

Antwort: Vor einem halben Jahr sah die Welt ja nicht wesentlich besser aus. Chemnitz war natürlich nochmal ein Tiefpunkt. Immer wenn man denkt, es war Ground Zero, kommt einer und baut einen Keller. Um die Haltung der Sendung und die Bedeutung solcher Themen muss man sich aber gar keine Gedanken machen. Das wird auch weiterhin stattfinden.

Frage: In der ersten Sendung kommt Anke Engelke - wen würden Sie sonst noch gerne mal auf Ihr Sofa setzen?

Antwort: Ich belästige regelmäßig Herbert Grönemeyer, das kann ich ja mal ausplaudern, privat am Telefon. Der hat gerade wahnsinnig viel zu tun, aber der wird noch kommen. Ansonsten haben wir viele tolle Bands, obwohl Musik ja nicht den besten Ruf hat unter Quotenanalysten. Es ist schon eine senderübergreifende Weisheit, dass Musik die Quoten nicht nach oben treibt. Aber ich finde, Musik gehört dahin. Das ist mein Beitrag zum Bildungsfernsehen.

ZUR PERSON: Klaas Heufer-Umlauf (34) wurde in Oldenburg/Niedersachsen geboren. Dort stand er schon als Jugendlicher im Staatstheater auf der Bühne. Nach dem Zivildienst moderierte er beim Musiksender VIVA verschiedene Sendungen. Ab 2009 war er im Duo mit Joko Winterscheidt zu sehen, bekannt wurden die beiden bei ProSieben vor allem durch Shows wie «Das Duell um die Welt» oder «Circus HalliGalli». Im März 2018 startete Heufer-Umlauf seine «Late Night Berlin».

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