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Jan Rouven : Kinderpornos: Magier vor Gericht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der deutsche Illusionist Jan Rouven weist alle Vorwürfe zurück und beteuert seine Unschuld. Er sitzt nach wie vor in Haft

Die Auftritte von Jan Rouven sind spektakulär: Der deutsche Magier ist für monumentale Illusionen, blitzschnelle Zaubereien und gefährliche Entfesselungstricks berühmt. Hand- und Fußschellen trug der gebürtige Nordrhein-Westfale am Mittwoch in Las Vegas, doch es war kein Auftritt vor einem klatschenden Publikum. In roter Häftlingskleidung stand der 38-Jährige vor dem Richter und beteuerte seine Unschuld.

In einer Anklage wegen Besitzes von Kinderpornografie habe sein Mandant in allen vier Punkten auf „nicht schuldig“ plädiert, sagte Rouvens Anwalt Jess Marchese. „Wir werden mit allen Mitteln kämpfen und diesen Prozess gewinnen“, versicherte der Jurist.

Die Vorwürfe sind schwerwiegend: Rouven soll Kinderpornografie empfangen, besessen, verbreitet und beworben haben, lautet die Anklage. Ermittler des FBI hätten auf Laptops, Festplatten und anderen Geräten in der Villa des Zauberers am Stadtrand von Las Vegas rund 3500 Videos und Fotos entdeckt, die Sex mit Minderjährigen, auch mit Kindern, zeigen. Im Falle eines Schuldspruchs droht eine jahrzehntelange Haftstrafe.

„Jan ist unschuldig, jemand anderes hat das getan“, sagt Marchese. Der Deutsche sei sehr gastfreundlich und habe stets Besucher im Haus gehabt, die Zugang zu den Geräten hatten. Der Prozess gegen Rouven soll am 6. Juni beginnen.

Seit seiner Festnahme Mitte März sitzt der Deutsche hinter Gittern.

Die Richterin schlug eine Freilassung gegen Kaution aus. Er könne sich nach Deutschland absetzen, war einer der Gründe. Marchese hat Einspruch eingelegt. Bei einer Anhörung am 19. April will er vor Gericht Rouvens Freilassung erkämpfen.

Glaubt man dem Anwalt, so geht es Rouven in der Untersuchungshaft den Umständen entsprechend „gut“. Er würde sogar Scherze machen und Mitgefangene unterhalten. Natürlich sei er „sehr bestürzt“, dass seine Show eingestellt wurde und damit auch seine Angestellten plötzlich ihre Jobs verloren.

Das Tropicana-Casino am Strip, wo Rouven seit Herbst 2014 seine Show „The New Illusions“ aufführte, hatte umgehend reagiert. Die schweren Vorwürfe seien „äußerst beunruhigend“, teilte Manager Philippe Khouri gleich nach Rouvens Festnahme mit. „Wir haben sofort Schritte unternommen, alle Geschäftsverbindungen zu ihm und zu seiner Produktionsfirma abzubrechen.“ In der Branche hatte Rouven den Namen „Der Mann mit den sieben Leben“ weg. Er ließ sich von riesigen Bohrern aufspießen, gefesselt in einen Wassertank einschließen, von brennenden Kreissägen umgeben. Er ist der erste deutsche Zauberkünstler nach Siegfried & Roy, der es auf den berühmten Strip der Casino-Stadt schaffte. „Seine Karriere in Las Vegas ist vorbei, selbst wenn er freigesprochen wird“, meint der Showbusiness-Reporter Mike Weatherford, der seit mehr als 25 Jahren für das „Las Vegas Review Journal“ die Szene beobachtet. Rouvens Absturz sei ein „Schock“ gewesen. Er sei aber kein zweiter „Siegfried & Roy“ oder so berühmt wie David Copperfield und Criss Angel. „Man wird ihn schnell vergessen“, mutmaßt Weatherford.

Im Brühler Phantasialand im Rheinland hatte der gebürtige Kerpener schon als kleiner Junge seine Liebe zur Zauberei entdeckt. Später tourte er mit einer eigenen Show durch Europas größte Freizeitparks.

Seine Monumental-Tricks brachten ihm Preise und internationalen Ruhm ein. 2009 wurde er zum ersten Mal für einen Auftritt in Las Vegas gebucht. Zwei Jahre später bekam er sein festes Engagement in der Casino-Metropole. 2014 kürte ihn die weltgrößten Zaubervereinigung IMS zum „Illusionist des Jahres“.

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