Schulen besser ausstatten : Joachim Król sieht Bildung in Deutschland in Gefahr

Der Schauspieler Joachim Krol liest in Bremen «Der erste Mensch» von Albert Camus.
Der Schauspieler Joachim Krol liest in Bremen «Der erste Mensch» von Albert Camus.

Der Schauspieler ist mit einer Lehrerin verheiratet und hat so Einblick in den schulischen Alltag. Es gebe viel zu verbessern, meint er, sonst führen «wir gegen die Wand».

svz.de von
11. Januar 2018, 13:55 Uhr

Für das deutsche Bildungssystem sieht der Schauspieler Joachim Król schwarz. «Wenn wir nicht bald die Kurve kriegen, fahren wir gegen die Wand», sagte der 60-Jährige am Rande eines Auftritts in Bremen. «Meine Frau ist Lehrerin, ich weiß wovon ich spreche.»

Es sei für ihn unverständlich, dass Schulen und Hochschulen nicht besser ausgestattet würden.

Król («Der bewegte Mann», «Rossini») ist gerade mit dem Bühnenstück «Der erste Mensch» nach dem autobiografischen Roman des Literaturnobelpreisträgers Albert Camus auf Tour. Darin geht es um den jungen Camus, der in einer Familie von Analphabeten aufwächst und die ein Volksschullehrer überzeugt, dass der Junge aufs Gymnasium gehört.

«Auch bei mir gab es so einen Lehrer», sagte Król, der als Sohn eines Bergmanns im Ruhrgebiet aufwuchs. «Das war ein Schlüsselmoment in meinem Leben. Es war damals nicht alltäglich, dass Arbeiterkinder auf dem Gymnasium waren.» Dennoch kenne er viele in seiner Generation, denen ein ähnlicher Bildungsaufstieg gelungen sei. «Das ist heute wieder unverhältnismäßig schwieriger.»

«Der erste Mensch» ist der Camus' letzter Roman und blieb unvollendet. 1960 starb der Schriftsteller bei einem Autounfall. Im Wrack des Wagens fand man das handgeschriebene Romanmanuskript. 1994 wurde es veröffentlicht. In der Bühnenfassung tritt Król als Ich-Erzähler auf und entführt die Zuschauer unterstützt von einem Orchester in Camus' Kindheit in einem Armenviertel im algerischen Algier. Bis Februar sind Aufführungen in vielen deutschen Städten geplant.

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