ESC : Jeder will nach Kopenhagen

Acht Bands und Solisten treten im deutschen ESC-Vorentscheid an. Collage: Denny Schröter
Acht Bands und Solisten treten im deutschen ESC-Vorentscheid an. Collage: Denny Schröter

Punk-Lady, Elvis-Jungs oder doch der Graf – wer zum ESC fährt, entscheidet sich heute Abend

svz.de von
12. März 2014, 22:50 Uhr

Eine Punk-Lady mit Harfe, ein paar Jungs mit Elvis-Tolle oder vielleicht doch der Sänger mit seiner Grabesstimme und den melancholischen Texten? Die Kandidaten, die heute beim deutschen Vorentscheid zum „Eurovision Song Contest 2014“ ins Rennen gehen, könnten unterschiedlicher kaum sein.

So sind eine Reihe eher unbekannter Musiker bei „Unser Song für Dänemark“ in Köln dabei. Ihre Erwartungen an den Abend formulieren sie betont-cool bis sympathisch-aufgeregt – je nach Typ. „Ich hüpfe ein bisschen auf der Bühne herum und versuche, gute Stimmung zu machen“, sagt etwa Das Gezeichnete Ich, ein circa 30-Jähriger, der sich nach einem Gedicht von Gottfried Benn benannt hat und seinen wirklichen Namen geheim hält.

„Wir wollen einfach auf die Bühne gehen und rocken“, erklären die Jungs von The Baseballs, die im Elvis-Stil auftreten. „Wir sind super-super aufgeregt“, gesteht die Sängerin der Band Elaiza, die eine You-Tube-Abstimmung gewonnen hatte und mit einer Wildcard am Vorentscheid teilnimmt.

Aber auch der bekannteste Teilnehmer, der Graf von Unheilig, ist nervös. Mit Millionen verkaufter Platten gilt er wohl vielen als Favorit. Doch er selbst ist skeptisch. „Wenn gesagt wird, das ist der Favorit, meinen viele: ,Dann brauch ich für den ja gar nicht anzurufen.‘ Und diejenigen, die einen gar nicht so gut finden, sagen: ,Jetzt ruf ich extra für einen anderen an, damit der nicht gewinnt.‘“

Weitere Teilnehmer sind Oceana, MarieMarie, Santiano und Madeline Juno, deren Song „Error“ durch das Internet zum Überraschungserfolg wurde. Die ARD überträgt das Finale heute ab 20.15 Uhr live aus der Kölner Lanxess-Arena.

Die ARD-Zuschauer können insgesamt dreimal abstimmen, bis der Sieger feststeht. Zunächst präsentiert jeder Teilnehmer einen Song. Das Publikum wählt vier Künstler in die nächste Runde, in der sie ein zweites Lied vorstellen. Nach einem erneuten Voting bleiben zwei Finalisten übrig, aus denen die Zuschauer schließlich den Sieger wählen.

Barbara Schöneberger moderiert den Vorentscheid. In welchem Kleid? Das weiß sie noch nicht ganz genau. Nur eines sei sicher: „Es ist nicht transparent.“ Gefragt nach ihrem Lieblings-ESC-Titel schmettert die 40-Jährige spontan die Ballade „Hold me Now“, mit der Johnny Logan 1987 den Grand Prix für Irland gewann.

Deutschland gewann den seit 1956 jährlich veranstalteten Wettbewerb zweimal. Nach Nicole (1982) erklomm Lena Meyer-Landrut 2010 den Thron. Wer auch immer am 10. Mai Deutschland beim ESC in Kopenhagen vertritt – schlimmer als Cascada, die im Vorjahr auf Platz 21 landeten, kann er kaum abschneiden.

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