Leute : „James Bond“-Darsteller Roger Moore ist tot

Roger Moore
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Roger Moore

Der britische Schauspieler, der als James Bond berühmt wurde, ist im Alter von 89 gestorben.

svz.de von
23. Mai 2017, 15:34 Uhr

Der aus den „James Bond“-Filmen bekannte britische Schauspieler Roger Moore ist tot. Er sei am Dienstag in der Schweiz nach einem kurzen Kampf gegen eine Krebserkrankung gestorben, bestätigte sein Management in London der Deutschen Presse-Agentur. Moore wurde 89 Jahre alt.

Seine Kinder Deborah, Geoffrey und Christian schrieben bei Twitter: „Die Liebe, von der er in seinen letzten Tagen umgeben wurde, war so groß, dass man sie nicht in Worte fassen kann.“ Die Familie müsse die „schreckliche Nachricht“ von Moores Tod mit „schwersten Herzen“ mitteilen. „Wir alle sind am Boden zerstört.“

Moore hatte die „Bond“-Figur nach Vorlage der Agenten-Romane von Ian Fleming in sieben Filmen von 1973 bis 1985 gespielt und damit länger als all seine Vorgänger und Nachfolger. Darunter waren „Der Spion, der mich liebte“ (1977), „Moonraker“ (1979) und „Octopussy“ (1983).

Außerdem spielte Moore in mehreren Fernsehserien mit, darunter „Ivanhoe“ und „Maverick“. Als smarter Superheld „Simon Templar“ wurde er in den 1960er Jahren zum Weltstar.

„Die Zuneigung, die unser Vater verspürte, wann immer er auf eine Bühne oder vor die Kamera trat, gab ihm gewaltigen Auftrieb und hielt ihn bis in sein 90. Lebensjahr bei der Arbeit beschäftigt“, schrieben Moores Kinder. Noch bei seinem letzten Auftritt in der Royal Festival Hall in London im vergangenen November habe das Publikum das Gebäude mit kräftigem Applaus erbeben lassen. „Danke, Pops, dass Du Du warst, und dass Du für so viele Menschen sehr besonders warst.“ Moore stammte aus einfachen Verhältnissen, wuchs im armen Londoner Süden auf. 2003 erhob Königin Elizabeth II. den Hollywoodstar, der 1953 in die USA gezogen war, in den Adelsstand. Moore war viermal verheiratet, die Kinder stammen aus der Ehe mit seiner dritten Frau Luisa Mattioli.

Seit Jahren hatte der Schauspieler ein Chalet in Crans-Montana in der französischsprachigen Schweiz. Er sei dort schon mehrere Tage ärztlich behandelt worden, sagte sein Sprecher Jörg Romang der Deutschen Presse-Agentur. Romang war am Dienstag nach eigenen Angaben auf dem Weg zum Krankenhaus, um dort das weitere Vorgehen zu besprechen.

Moore hatte in der Vergangenheit schon länger mit gesundheitlichen Problemen gekämpft: Er überwand eine Prostata-Krebserkrankung und schwere Herzrhythmusstörungen. Seinen Herzschrittmacher bezeichnete er einmal als sein wertvollstes Besitztum. Die Beerdigung soll nach den Wünschen Moores im kleinen Kreis der Familie in Monaco stattfinden.

Bis ins hohe Alter war Sir Roger rastlos. Kurz vor seinem 85. Geburtstag trat er als Hilfsauktionator beim Auktionshaus Christie's auf, als Erinnerungsstücke aus James-Bond-Filmen unter den Hammer kamen. Seine Arbeit für das UN-Kinderhilfswerk Unicef, die er im Jahr 1991 begann, bezeichnete er seinen Kindern zufolge trotz aller filmischen Leistungen aber als seine größte Errungenschaft.

Unicef würdigte Moore als „großen Kämpfer für Kinder“. „In seinen berühmten Schauspielrollen war Roger der Inbegriff von cooler Kultiviertheit, aber in seiner Arbeit als Botschafter des guten Willens für Unicef war er ein leidenschaftlicher - und sehr überzeugender - Anwalt für Kinder“, sagte Unicef-Chef Anthony Lake laut Mitteilung in New York. „Er wird sehr vermisst werden.“

„Wir sind betrübt, vom Verlust einer der Giganten des britischen Kinos zu hören“, schrieb das British Film Institute (BFI) auf Twitter. Der neuseeländisch-australische Schauspieler Russell Crowe („Gladiator“) schrieb, dass er Moore „geliebt“ habe. Der britische Moderator Piers Morgan schrieb auch mit Blick auf den tödlichen Terroranschlag in Manchester: „Oh nein. Als ob heute nicht schon traurig genug ist.“ Moore sei ein „herrlicher Schauspieler“ und ein „wundervoller Mann“ gewesen

Hintergrund: Roger Moore auf der Leinwand und im Fernsehen

Roger Moore soll angeblich selbst gesagt haben, er könne „nur gut aussehen“, aber nicht schauspielern. Mit Dutzenden Filmen und Serien wurde er dennoch weltberühmt. Ein Überblick:

  • IVANHOE (1958-1959): Seine erste Hauptrolle in einer Serie hat Moore als Kreuzritter Ivanhoe - angelehnt an den gleichnamigen historischen Roman Walter Scotts.
  • MAVERICK (1959-1961): Moore steigt mit der Rolle des Beauregarde Maverick in die US-Westernserie ein. Er und seine TV-Cousins ziehen darin als Pokerspieler von Saloon zu Saloon - immer auf der Suche nach dem schnellen Dollar.
  • SIMON TEMPLAR (1962-1969): Blendendes Aussehen und britischer Humor: Seine Rolle als smarter Draufgänger und Superheld Simon Templar in der gleichnamigen Serie (Original: „The Saint“) verhilft Moore zu Weltruhm. In mehr als 100 Episoden legt er Schurken aller Couleur das Handwerk. Die in etwa 90 Ländern ausgestrahlte Serie macht ihn zu einem schwerreichen Schauspieler.
  • DIE 2 (1970/71): Im Dreamteam mit Tony Curtis geht Roger Moore in dieser britischen Krimiserie (Originaltitel: „The Persuaders“) als Lebemann und Playboy an glamourösen Orten wie Monte Carlo oder St. Tropez Kriminalfällen nach.
  • JAMES-BOND-FILME (1973-1985): Moore tritt mit seinem ersten Bond-Streifen „Leben und sterben lassen“ in Sean Connerys Fußstapfen als „Geheimagent Ihrer Majestät“. Insgesamt siebenmal verkörpert er „007“ - unter anderem in Klassikern wie „Der Spion, der mich liebte“, „Moonraker“ und „Octopussy“. Nach seinem letzten Bond-Film „Im Angesicht des Todes“ übernimmt sein Landsmann Timothy Dalton die „Lizenz zum Töten“.
  • THE QUEST (1996): Im Regiedebüt des belgischen Muskelpakets Jean-Claude Van Damme spielt Moore den ebenso charmanten wie hinterlistigen Gentlemen-Ganoven Lord Dobbs. Er und Van Damme treten im Film eine Reise nach Tibet an, um an einem Wettbewerb der besten Kampfsportler der Welt teilzunehmen.
  • SPICEWORLD (1997): In der schrägen Komödie um die britische Mädchenband Spice Girls mimt Moore den wortgewaltigen Boss der Plattenfirma. In bester Manier seiner fiesen Gegenspieler aus James-Bond-Tagen hat er stets Haustiere auf dem Schoß.
  • TATORT: SCHATTEN (2002): Bei seinem kurzen Gastauftritt im Bremer ARD-Krimi spielt Moore sich selbst. Das Filmteam durfte ihn während seines realen Startschusses zum Bremer Sechstagerennen filmen.
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