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Bill Gates fordert mehr Einsatz gegen Aids : „Insgesamt wird die Welt immer besser“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bis 2030 soll Aids besiegt sein. Das ist das erklärte Ziel der Weltgemeinschaft. Doch dafür müsse deutlich mehr getan werden, fordert Bill Gates - auch in Richtung Deutschland.

Rund 37 Millionen Menschen weltweit sind HIV-positiv, etwa 2,1 Millionen infizieren sich jedes Jahr neu. Bis 2030 will die Weltgemeinschaft die Epidemie unter Kontrolle haben. Dafür müsse aber deutlich mehr getan werden – auch in Deutschland, fordert Microsoft-Mitgründer Bill Gates im Interview mit Christina Horsten.

Was werden Sie mit Ihrer Stiftung konkret unternehmen?

Gates: Wir investieren rund 200 Millionen Dollar (etwa 180 Millionen Euro) jedes Jahr in die Erforschung von HIV und haben den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) seit 2002 mit insgesamt 1,6 Milliarden Dollar unterstützt. Und wir werden diese wichtige Arbeit fortsetzen.

Was erhoffen Sie sich speziell von Deutschland?

Ich gratuliere der deutschen Regierung für ihre Arbeit auf vielen Gebieten. Gleichzeitig glauben wir, dass es unglaublich wichtig ist, dass man den Organisationen, die in den vergangenen Jahrzehnten eine essenzielle Rolle bei der Verbesserung der Gesundheit und des Wohlstands der Menschen auf der Welt gespielt haben, verpflichtet bleibt. Der Globale Fonds gehört dazu. Er hat seit seiner Gründung 2002 dazu beigetragen, 17 Millionen Leben zu retten. Es freut uns, dass große Geldgeber wie Kanada und die Europäische Kommission ihre Zuwendungen bedeutend erhöhen. Ich hoffe, dass die deutsche Regierung eine ähnliche Erhöhung vornehmen wird.

Geht es um den Kampf gegen Malaria, betonen Sie häufig die Bedeutung von genetisch veränderten Moskitos. Warum sind die wichtig?

Wir unterstützen diese Methoden, weil Malaria immer noch eine der tödlichsten Krankheiten der Welt ist. Diese Krankheit passt sich rasend schnell an. Wir müssen immer neue Sachen erfinden. Nur einige wenige Mückenarten übertragen Malaria. Wir haben in Forschung investiert, um genetische Veränderungen bei diesen Tieren einzuführen. Das soll verhindern, dass sie Malaria übertragen.

Macht ihnen der momentane Zustand der Welt Angst?

Es ist tragisch, wenn Menschenleben durch Gewaltakte und Hass vorzeitig beendet werden. Die jüngsten Ereignisse in Deutschland und anderswo stellen uns auf die Probe. Aber trotz der ernsthaften humanitären Probleme an bestimmten Orten bleibe ich optimistisch. Zum Beispiel wächst die Lebenserwartung von Kindern und Müttern, Polio ist so gut wie ausgerottet. Insgesamt wird die Welt, besonders Afrika, immer besser.

Aber es bleibt eine riesige Menge Arbeit.

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erstellt am 28.Jul.2016 | 08:00 Uhr

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