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Thomas Anders : „Ich liebe meinen Beruf“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Thomas Anders veröffentlicht neues Album. Für Sänger überwiegen die positiven Seiten seiner Arbeit

svz.de von
erstellt am 29.Mär.2017 | 08:00 Uhr

Echo, Viva Comet, Bambi, Bravo Otto, World Music Award. Kein Musikpreis, den Thomas Anders (54) in den letzten 35 Jahren nicht für sich entscheiden konnte. Mit über 125 Millionen verkauften Tonträgern allein als Teil des Duos Modern Talking gehört der gebürtige Pfälzer zu den kommerziell erfolgreichsten deutschen Sängern. Olaf Neumann sprach mit Thomas Anders alias Bernd Weidung über sein erstes deutschsprachiges Album „Pures Leben“ (Veröffentlichung 7. April), die Schattenseiten des Erfolges und Dieter Bohlen.

Das euphorische „Der beste Tag meines Lebens“ drückt Ihr Lebensgefühl aus, welches durch und durch positiv ist. Woran liegt das?

Anders: Es gibt einfach verschiedene Charaktere. Für den einen ist das Glas immer halb voll, für den anderen halb leer. Ich gehöre zu den Ersteren. Natürlich kann ich morgens aufstehen und als erstes gucken, was der Trump wieder getwittert hat oder was es an Neuigkeiten aus der Türkei gibt. Aber das ändert ja nichts am Leben. Ich kann nur etwas bewirken, wenn ich es anpacke. Mit positiven Gedanken kann ich viel leichter etwas auf den Weg bringen, als wenn ich mich von vornherein zurücknehme.

Legen Sie Wert darauf, im Ausland als deutscher Künstler wahrgenommen zu werden?
Nein, ich bin Kosmopolit. Ob hinter meinem Namen nun „German Singer“ oder „Singer“ steht, ist mir vollkommen egal. Die Fans wissen es, aber wer oberflächlich herangeht, weiß wahrscheinlich gar nicht, dass ich Deutscher bin.

Dieses Jahr spielen Sie in den USA. Wie viele Tickets verkaufen Sie dort?
Im letzten und vorletzten Jahr hatte ich in Los Angeles jeweils 10.000 an zwei Abenden. Wir waren vier mal ausverkauft. In New York am Broadway waren es 3300 Zuschauer, in Houston 3800 und in San Jose 4200.

Hat der Ruhm Schattenseiten oder sind Sie in Ihrem Beruf rundum glücklich?
Ich liebe meinen Beruf, aber er hat auch Schattenseiten. Ich kann nicht normal rausgehen, ich stehe immer unter Beobachtung. Egal, was kommt, es gibt immer irgendjemand, der irgendeine Geschichte von seiner Cousine zu erzählen weiß, die irgendwann mal meine Putzfrau im Bus getroffen hat. Das ist nicht prickelnd, aber ich kann damit leben. Der Spaß, den ich in meinem Beruf habe, wiegt auf jeden Fall mehr als die Schattenseiten.

Könnten Sie sich vorstellen, sich einmal von Ihrem alten Freund Dieter Bohlen produzieren zu lassen?
Diese Frage hat schon einen grundsätzlichen Fehler, nämlich die Formulierung „alter Freund“. Zwischen uns bestand nie eine Freundschaft. Das wurde von den Menschen leider immer so interpretiert. Dafür können wir beide überhaupt nichts, denn wir haben nie gesagt, wir seien enge Freunde. Wenn man zusammen etwas Erfolgreiches macht, evoziert das sofort, die müssen doch Freunde sein. Das muss aber gar nicht sein. Oder sind Sie etwa mit jedem, mit dem Sie etwas Erfolgreiches machen, auch befreundet? Manchmal funktioniert diese Kombination so hervorragend, dass dabei etwas Großartiges herauskommt.

Wie offen wären Sie, wenn Dieter Bohlen mit einer grandiosen Songidee auf Sie zu käme?
Wenn diese Idee so wäre wie immer, dann wahrscheinlich nicht. Da müsste schon was Richtiges kommen. Letztendlich habe ich aber bereits ein sehr gutes Team um mich herum. Bei diesem Album habe ich jedenfalls nicht den Eindruck, dass da irgendwie eine tolle Songidee von Dieter Bohlen fehlen würde.
 

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