Nach Ostern im Gefängnis? : Hoeneß bald in Haft – viele Fragen offen

Auch Staatsanwaltschaft verzichtet auf Revision

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17. März 2014, 20:03 Uhr

Als Richter Rupert Heindl sich im Landgericht über die Unterlagen von Steuerbetrüger Uli Hoeneß beugte, sagte er einmal diesen Satz: „Hier fehlen 1,7 Millionen, von denen keiner weiß, wo sie sind.“ Auch die Steuerfahnderin, die sich in einer Hauruck-Aktion durch die rund 70 000 Seiten umfassenden Steuerunterlagen wühlte, fand immer wieder Lücken. In den Belegen vermisste sie immer wieder Millionen.

Weil sowohl Staatsanwaltschaft als auch Hoeneß selbst aber keine Revision gegen das Urteil von dreieinhalb Jahren Haft einlegen wollen, bleibt es dabei. „Das Urteil in der Strafsache gegen Ulrich H. ist somit rechtskräftig“, teilt das Landgericht München II gestern mit. Der tief gestürzte Patron des FC Bayern geht also für die Hinterziehung von 28,5 Millionen Euro Steuern ins Gefängnis. Es ist eine „best case“-Berechnung zugunsten von Hoeneß. Wie hoch die Summe, um die er den Staat betrogen hat, tatsächlich ist, brachte der Prozess nicht ans Tageslicht.

Damit spielt es für seine Haftstrafe auch keine Rolle, wie die gewaltigen Summen von zeitweise mehr als 150 Millionen Euro den Weg auf sein Schweizer Konto fanden. Spekulationen dazu gibt es genug. Die Linkspartei hält den Fall noch nicht für abgeschlossen. „Ich würde es begrüßen, wenn der FC Bayern eine unabhängige Kommission von Wirtschaftsprüfern einsetzt, die offenlegt, ob und welche Verquickungen es zwischen dem Fall Hoeneß und dem FC Bayern gibt“, sagt Parteichef Bernd Riexinger gestern.

Uli Hoeneß muss nun unwiderruflich ins Gefängnis – und zwar schon bald. Wahrscheinlich nach Ostern muss er sein Luxus-Haus am Tegernsee gegen eine Zehn-Quadratmeter-Zelle im Gefängnis von Landsberg tauschen. „Ich lasse das im Moment alles mal auf mich zukommen. Und dann sehen wir weiter“, sagte Hoeneß. Dabei soll er sogar gelächelt haben.

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