zur Navigation springen

Leute : Henry Hübchen: Schlawiner mit Charme

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Henry Hübchen wird 70 – doch feiern will er das Jubiläum nicht

svz.de von
erstellt am 19.Feb.2017 | 20:45 Uhr

Seit seinem Debüt in dem 1965 gedrehten Defa-Indianerfilm „Die Söhne der großen Bärin“ gehört Henry Hübchen zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Schauspielern seiner Generation. Er fasziniert das Kino-Publikum gleichermaßen in erschütternden Dramen wie „Jakob, der Lügner“ (1974), dem einzigen Film aus der DDR, der je für einen Oscar nominiert wurde, und in turbulenten Komödien wie „Alles auf Zucker!“ (2004). Heute wird der Schauspieler 70.

Henry Hübchen besteht seit Jahren darauf, dass es nicht lohne, Geburtstage zu feiern. „Ich finde nicht, dass es ein Verdienst ist, älter zu werden. „Das ist Biologie. Man kann sicher den Geburtstag feiern, aber man feiert damit gleichzeitig das Näherrücken des Todestages. Deshalb lasse ich das.“ In vielen seiner Rollen spielte er Männer mit einer ausgeprägten „Ost-Identität“. Er selbst lässt sich aber darauf nicht festlegen. Dazu hat er einmal gesagt: „Habe ich eine Ost-Identität? Weiß ich nicht. Das sollen andere entscheiden. Im Übrigen hab ich weit über die Hälfte meines Berufslebens im vereinigten Deutschland verbracht, und da meine größten Theater- und Filmerfolge gehabt.“ Von 1974 bis 2002 gehörte er zum Ensemble der Volksbühne Berlin. Politische Intelligenz und publikumswirksame Ausstrahlung verband der 1947 in Berlin geborene Hübchen nicht nur in den Inszenierungen von Volksbühnen-Intendant Frank Castorf, wie „Schmutzige Hände“ (1998). Auch viele Fernseh- und Kinofilme prägte er, oft als Schlawiner mit Charme. Als Hotte im Hit „Sonnenallee“ (1999), in den frühen 2000er-Jahren mehrmals als Ermittler in der TV-Krimiserie „Polizeiruf 110“ oder als rasanter Autofahrer in „Rico, Oskar und das Herzgebreche“ (2015). Seit mehr als einem halben Jahrhundert, nach dem Abschluss der Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Ost-Berlin, hat Henry Hübchen Erfolg. Dazu gehören auch der zweimalige Gewinn des Titels „DDR-Meister im Brettsegeln“ sowie sein Engagement als Texter für die Gruppe „City“. Von ihm stammt der Text zu „Casablanca“.

So exaltiert Henry Hübchen gern vor der Kamera agiert, so zurückhaltend ist er, wenn es um sein Privatleben geht. Das schirmt er konsequent ab. Seine 1971 geborene Tochter Theresa Hübchen arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren ebenfalls als Schauspielerin. 2015 trat sie gemeinsam mit ihrem Vater im TV-Drama „Unterm Eis“ vor die Kamera.

Fragt man Henry Hübchen nach seinen Wünschen, denkt er an Gesundheit und an seinen Beruf: „Ich möchte Aufgaben haben, die mich fordern, und die das Publikum überraschen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen