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Wenn Frauen Tanzen : Heiße Hüfte in allen Kulturen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Welche Bewegungen das Tanzen gekonnt aussehen lassen

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Mit den Hüften ausladend schwingen, die Beine möglichst asymmetrisch bewegen und bloß nicht zu stark mit den Armen zappeln: Wenn Frauen so tanzen, finden Beobachter das besonders gelungen, wie Forscher im Fachblatt „Scientific Reports“ berichten.

Sie hatten den weiblichen Tanzstil genau untersucht, um mehr darüber hinauszufinden, welche Signale damit gesendet werden. Fachleute vermuten, dass Tänzer unbewusst etwa Informationen über den eigenen Gesundheitszustand übermitteln.

Tanz spiele in allen menschlichen Kulturen eine wichtige Rolle, schreiben die Autoren um Kristofer McCarty von der britischen Northumbria University in Newcastle upon Tyne. Er habe keine Überlebensfunktion, spiele aber bei der Partnersuche eine Rolle. Aus diesem Grund interessierten sich auch Wissenschaftler, die die Evolution menschlichen Verhaltens untersuchten, für das Tanzen. Was einen Tanz attraktiv erscheinen lässt, sei bislang wenig erforscht.

Das Team um McCarty ließ 39 Frauen vor der Kamera zu einem einfachen Beat tanzen. Sie erfassten mit Hilfe reflektierender Marken die Bewegungen des Körpers und der Gelenke. Mit Hilfe der aufgezeichneten Daten animierten sie am Computer virtuelle Charaktere, sogenannte Avatare. 57 Männer und 143 Frauen sahen anschließend einen kurzen Ausschnitt von jeweils fünf Avatar-Tanz-Performances und beurteilten sie auf einer Skala von 1 bis 7. Die Note 1 bekam eine extrem schlechte Tänzerin, die Note 7 eine extrem gute. Indem sie Avatare erschufen, stellten die Forscher sicher, dass die Juroren tatsächlich nur die Tanzbewegungen und nicht etwa die Attraktivität einzelner Frauen bewerteten. Anschließend untersuchten die Wissenschaftler, welche Tanzbewegungen zu einer guten Bewertung geführt hatten.

Das Ergebnis: Sowohl Männern als auch Frauen gefielen Tänzerinnen, die ihre Hüften ausladend bewegten. Rechtes und linkes Bein, genauer gesagt die Oberschenkel, sollten sich unabhängig voneinander bewegen und die Arme deutlich geschwungen werden. Der Hüftschwung sei wichtig, weil Beobachter daran das Geschlecht erkennen könnten, interpretieren die Forscher ihre Ergebnisse. Eine asymmetrische Bewegung der Gliedmaßen signalisiere eine gute Kontrolle der Motorik - solange keine „unkontrollierten pathologischen“ Bewegungen dabei herauskämen. Bewegungsstörungen seien Merkmal zahlreicher Krankheiten. Zu starke Bewegungen etwa seien ein Zeichen für das Tourette-Syndrom. Die einzelnen Tanzmerkmale konnten bei gleicher Benotung auf unterschiedliche Weise miteinander kombiniert sein. Tänzer mit einem eher schwachen Hüftschwung und stark asymmetrischen Beinbewegungen erreichten also z.B. die gleichen Noten wie solche mit ausgeprägtem Hüftschwung und geringen Beinbewegungen.

 

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